Vanilla Tours – auf den Spuren der Vanille

Um die Insel Taha’a einmal von Land aus zu erkunden und vor allem mehr über den Vanilleanbau zu erfahren, buchten wir eine Tour mit Vanilla Tours.

Dafür hatten wir uns bereits am Nachmittag zuvor in die Hurepiti-Bucht verlegt. Dort konnten wir eine private Mooring von Vanilla Tours für eine Nacht nutzen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns um acht Uhr mit unserem Guide Noah. Zunächst bekamen wir noch eine Führung durch das familiäre Anwesen. Mit seinem riesigen Wissen über Fauna und Flora konnte uns Noah zu praktisch jeder Pflanze etwas erzählen – vieles davon hatte mit ihrer Verwendung als Heilmittel zu tun.

Besonders ins Auge fiel uns ein großer Baum, den wir allerdings erst beim genaueren Betrachten seiner Blätter erkannten.

Es war ein Ficus benjamina. Unglaublich, wie groß diese Pflanze im richtigen Klima werden kann – ganz im Gegensatz zu unserer kleinen heimischen Kübelpflanze, wir sie zuhause haben.

Unsere erste Station der Tour war die hauseigene Vanilleplantage. Sie unterschied sich deutlich von allem, was wir bisher gesehen hatten. Zwischen Kokospalmen und Bananenstauden wurden zunächst Stützpflanzen gepflanzt, an denen sich die Vanille emporranken kann. Sobald die Stützpflanze dann etwa mannshoch ist, wird der Vanillesteckling gesetzt um daran nach oben zu ranken. Dort angekommen, legt man den Trieb wieder in einer Schleife nach unten, sodass er erneut von unten nach oben wächst.

Erst nach etwa drei Jahren und mehreren solcher Schleifen bilden sich an den nach unten gerichteten Trieben Blüten aus.

Da es in Polynesien kein Insekt gibt, das die Vanilleblüten bestäuben könnte, muss dieser Vorgang von Hand erfolgen. Sobald eine Blüte geöffnet ist, muss die „Hochzeit“ noch am selben Tag stattfinden.

An einer Blüte zeigte uns Noah, wie er mit dem Fingernagel etwas Pollen entnahm, eine darunterliegende Klappe öffnete und den Pollen hineinstrich.

An diesem Tag waren es nur zwei Blüten. Laut Noah muss er an manchen Tagen jedoch bis zu 600 „Hochzeiten“ durchführen. Woher diese enormen Schwankungen kommen, konnte er bis heute nicht herausfinden.

Wenn die Bestäubung erfolgreich war, reifen die Schoten in den folgenden acht bis neun Monaten heran. Geerntet werden sie erst, wenn sie ganz dunkel sind – allerdings noch bevor sie von selbst zu Boden fallen.

Danach beginnt der aufwendige Fermentierungs- und Trocknungsprozess. Dabei werden die Schoten immer wieder getrocknet, dürfen aber nicht zu viel Sonne abbekommen. Fertig sind sie erst, wenn sie von einer fleischigen, prallen Form zu einer flachen Schote geworden sind. Erst jetzt entwickelt sich auch das typische Vanillearoma.

Was für ein Aufwand! Das hatten wir uns deutlich einfacher vorgestellt. Jetzt verstanden wir auch besser, warum für echte Vanilleschoten ein so hoher Preis verlangt wird.

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Im Anschluss an den Plantagenbesuch machten wir noch eine Inselrundfahrt. Von verschiedenen ausgewählten Aussichtspunkten aus konnten wir uns einen guten Überblick über Taha’a verschaffen und die Insel noch einmal aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erleben.

Ein Kommentar zu „Vanilla Tours – auf den Spuren der Vanille“

  1. man riecht fast den Duft der Vanille. ich werde in zukunft sehr verantwortungsvoll mit ihr umgehen. LG IuJ

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