
Die Insel Tahaa ist auch als Vanilleinsel bekannt. Mit dem ebenfalls in großem Umfang angebauten Zuckerrohr sind hier alle Zutaten vorhanden, die es für einen guten Rhum braucht.

Da wir an einer Mooringboje der örtlichen Destillerie festgemacht hatten, fühlten wir uns geradezu verpflichtet, dieser einen Besuch abzustatten.

Mit dem Dinghy legten wir an der schwimmenden Bar Fare Miti an. Von hier führte ein langer Steg über das Riff direkt zur Rhumdestillerie, wo wir sofort freundlich empfangen wurden.

Bei der anschließenden Führung konnten wir den gesamten Herstellungsprozess kennenlernen.

Als einziger Ausgangsstoff dient Zuckerrohr, das ausschließlich von der Insel Tahaa stammt.

Im ersten Schritt wird das Zuckerrohr maschinell gepresst und der süße Saft in großen Kunststoffcontainern gesammelt.

Im zweiten Schritt schließt sich die Fermentierung an. Ohne weitere Zusätze wird der Zuckerrohrsaft mehrere Tage gelagert. Dabei ist er keineswegs untätig: Unter starker CO₂-Entwicklung wandelt wilde Hefe den im Saft enthaltenen Zucker durch Gärung in Ethanol, also Alkohol, um. So entsteht ein Ausgangsstoff mit etwa 8 bis 10 Prozent Alkohol für den anschließenden Brennprozess.

Die Brennblase fasst pro Brennvorgang 400 Liter. Daraus werden rund 40 Liter hochprozentiger Alkohol destilliert.

Die Anlage stammt übrigens aus Waldkirch im Schwarzwald.

Anschließend reift der Rhum in Eichenfässern, die aus Kentucky oder Frankreich stammen. Leider ist die Destillerie mit ihren elf Jahren noch sehr jung, sodass die zehnjährigen Fässer erst im kommenden Jahr geöffnet werden.

Beim anschließenden Tasting konnten wir uns aber davon überzeugen, dass auch der fünfjährige Rhum bereits sehr gut schmeckt. Unser Favorit war jedoch eindeutig der Rhum mit Vanille. Die eingelegte Vanilleschote verleiht ihm eine unglaublich weiche und süße Note.

Da konnten wir natürlich nicht umhin, gleich eine Flasche zu kaufen – zumal wir zwei Tage kostenlos an der Mooringboje bleiben durften und dafür sogar eine kostenlose Führung inklusive Tasting genießen konnten.