
Da wir für die kommende Hurrikansaison zu den relativ sicheren Marquesas-Inseln zurückkehren wollen, hatten wir mit Bora Bora unsere westlichste Position in Französisch-Polynesien erreicht. Nun begann der mit mehr als 800 Seemeilen wesentlich anstrengendere Abschnitt gegen den Passatwind und den Südäquatorialstrom.

Nach zwei windstillen Tagen hatte wie erwartet in der Nacht Regen und Wind aus Süden eingesetzt. Die Insel Tahaa, unser erstes Ziel, war zwar nur 25 Seemeilen entfernt, zeigte uns aber gleich, wie unangenehm der Ritt gegen die Elemente werden kann.

Kurz nach Sonnenaufgang waren wir unterwegs. Nur mit dem Großsegel als Stütze motorten wir am Außenriff von Bora Bora zunächst nach Süden, um anschließend Kurs Südost auf Tahaa zu nehmen. Doch wie so oft hielt der Wetterbericht nicht ganz, was er versprach. Aus Südwind war Südostwind geworden, sodass wir die gesamte Strecke motorsegelnd zurücklegten. Aufzukreuzen hätte uns wegen des schlechten Wendewinkels und des Gegenstroms zu viel Zeit gekostet, und wir wären vermutlich erst in den Abendstunden angekommen.

Doch auch auf dem direkten Weg stampften wir uns immer wieder in die bis zu zwei Meter hohen Wellen. Dabei sank unsere Geschwindigkeit zeitweise auf gerade einmal drei Knoten. Etwa auf halber Strecke beruhigte sich das Meer etwas. Die Windwellen nahmen spürbar ab und wir gerieten zunehmend in den Windschatten der Inseln Tahaa und Raiatea, die sich eine gemeinsame Lagune teilen.

Interessant wurde noch einmal die Einfahrt in den Pass Paipai. Die lange Dünung aus Süden und der aus der Lagune herausströmende Gegenstrom ließen am Rand des Riffpasses gewaltige Brecher entstehen.

In der Lagune dagegen war das Wasser plötzlich spiegelglatt, als würde Windstille herrschen. So erreichten wir bald darauf die Bucht Tapuamu.

Da der Ankergrund hier mit etwa 25 Metern sehr tief ist, waren wir froh, an der letzten Mooringboje mit der Aufschrift „Pari Pari“ und der Telefonnummer 40.65.61.74 festmachen zu können.

Die Nummer gehörte dem Besitzer, den wir sofort anriefen. Dabei stellte sich heraus, dass Pari Pari eine Rumdestillerie in der Bucht ist. Wir bekamen prompt die Erlaubnis zum Festmachen und vereinbarten für den nächsten Tag eine Führung durch die Destillerie.
wie passend – wir sagen schon mal Prost zum abendlichen Rumverkosten.
War das geplant zurück zu segeln?
lb. grüße aus dem „abgekühlten“ Sillenbuch
Ja, wir haben ein Jahr in Französisch-Polynesien geplant. Um dieses riesige Gebiet in 2-3 Monaten zu durchqueren, war uns zu schnell.
Grüße nach Stuttgart
H&R