Auf den Spuren der Operation Bobcat

Bild Daß Bora Bora mehr als nur weiße Strände, türkisfarbene Lagunen und Luxushotels zu bieten hat, erfuhren wir fast zufällig. Bei einer Wanderung auf den Höhen oberhalb unserer Ankerbucht stießen wir auf eine alte Geschützstellung aus dem Zweiten Weltkrieg.

Daß Bora Bora mehr als nur weiße Strände, türkisfarbene Lagunen und Luxushotels zu bieten hat, erfuhren wir fast zufällig. Bei einer Wanderung auf den Höhen oberhalb unserer Ankerbucht stießen wir auf eine alte Geschützstellung aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die Operation Bobcat war ein geheimes US-Militärprojekt zum Schutz der Schifffahrtswege nach Australien und Neuseeland sowie zur Versorgung alliierter Kriegsschiffe. Nachdem die Japaner mit dem Überraschungsangriff auf Pearl Harbor und der Eroberung der Pazifikinseln Guam und Wake die Kontrolle über weite Teile des westlichen Pazifiks übernommen hatten, suchten die Amerikaner nach geeigneten Stützpunkten.

Mit Genehmigung Frankreichs besetzte das US-Militär im Februar 1942 die Insel Bora Bora. Rund 5.000 Soldaten wurden hier stationiert, um einen geheimen Marine- und Treibstoffstützpunkt aufzubauen.

Insgesamt sollen auf Bora Bora acht Kanonen stationiert gewesen sein. Wir stießen auf zwei davon. Eine sicherte im Westen den Pass Teavanui, den einzigen schiffbaren Zugang zur Lagune.

Die zweite Kanone deckte den nordwestlichen Bereich der Faanui-Bucht ab. Beide Geschütze fanden wir in erstaunlich gutem Zustand vor.

Etwas versteckter im Wald entdeckten wir noch eine große Steinplatte mit der bereits stark verwitterten Inschrift „BOBCAT 24. Februar 1942“.

Anschließend stiegen wir weiter auf dem Bergrücken hinauf, der zum Fusse des Mount Pahia führt. Auf 150 Metern Höhe über dem Pazifik erreichten wir schließlich unser eigentliches Ziel: einen Aussichtspunkt mit Blick über die südwestliche Bucht von Faitape.

Nur wenige Meter davon entfernt bot sich uns an einer Steilklippe erneut ein atemberaubender Blick über die Faanui-Bucht.

Nach so vielen geschichtlichen Eindrücken und faszinierenden Tiefblicken folgten wir einem extrem steilen Pfad hinunter nach Faitape, dem Hauptort von Bora Bora. Eigentlich wollten wir hier irgendwo einkehren, doch sonntags haben auf Bora Bora selbst die Restaurants geschlossen.

Ein Glück, dass der Yacht Club an unserem Ankerplatz eine Ausnahme davon machte. So konnten wir das Erlebte bei unseren historischen Recherchen noch etwas vertiefen und den Abend bei der Happy Hour und einem leckeren Abendessen ausklingen lassen.