
Ein ideales Wetterfenster für die Weiterreise ließ uns schon nach zwei Tagen von Moorea aufbrechen.

Kurz nach Sonnenaufgang lichteten wir den Anker und verließen unseren Ankerplatz in der Cooks Bay. Die Vorhersage für die 140 Seemeilen lange Seestrecke mit 4 bis 5 Beaufort aus Südost und nur 1,5 Metern Seegang erwies sich als zutreffend. Nachdem wir aus dem Lee von Moorea herausmotort waren, setzte leichter Passatwind ein. Unter Vollzeug glitten wir dahin, ohne dass uns die lange Dünung aus Süden störte. Da der Wind inzwischen stark genug war, nahmen wir bei Sonnenuntergang das Großsegel komplett weg. So konnten wir unseren Kurs noch tiefer vor dem Wind segeln, ohne halsen zu müssen.

Die mondlose Nacht verlief ruhig und ohne Squalls. Noch in der Nacht passierten wir die Insel Raiatea, wobei wir einen großen Abstand hielten, um nicht dahinter in deren Lee zu geraten und dort ohne Wind stecken zu bleiben.

Je näher wir Bora Bora kamen, desto größer wurde das Verkehrsaufkommen. Die Anzahl der Boote, die hier zwischen den Inseln verkehrten, stellte selbst den Bereich um Tahiti in den Schatten. Leider gab das diesige Wetter heute keine klare Sicht her und ließ nur einen milchigen Blick auf die Berge von Bora Bora zu.

Früher als erwartet erreichten wir Bora Bora und machten bereits gegen Mittag an unserem reservierten Liegeplatz an einer Mooringboje fest. Der Andrang war so groß – viele der Boote waren Charterboote –, dass bereits um 15 Uhr keine freie Mooringboje mehr zur Verfügung stand. Einige Boote mussten deshalb weiterziehen, um noch irgendwo einen Platz für die Nacht zu finden.

Das Ankern ist hier nur für wenige Boote an zwei Stellen erlaubt. Alle anderen Plätze werden vom Bora Bora Mooring Service verwaltet und sind kostenpflichtig. Zum Schutz der Unterwasserwelt ist das angesichts der großen Zahl an Booten auch gut so.
