Bereit für die nächste Etappe – fast

Eigentlich wollten wir nur die Zeit des Besuchs von Ritas Cousine Sandra in der Marina Papeete verbringen. Doch auch dieses Mal kam es anders, als wir es geplant hatten.

Die Woche mit Sandra verging aufgrund unseres vollen Ausflugs- und Besichtigungsprogramms schneller, als wir gedacht hatten. Nachdem wir den Liegeplatz bereits vor ein paar Tagen gewechselt hatten, konnten wir unseren Aufenthalt in der Marina über den 3. August hinaus verlängern.

Das war auch gut so, denn bei einer Riggkontrolle stellten wir fest, dass der Rodekicker seine Funktion nicht mehr erfüllte: Er konnte den Baum nicht mehr zuverlässig in der vorgesehenen Höhe halten. Die interne Gasdruckfeder war durch Korrosion defekt und musste erneuert werden. Das Ersatzteil der Firma Selden kam bereits nach einer Woche aus Frankreich per Luftfracht. Der ortsansässige Rigger baute die neue Feder in den Rodekicker ein, und damit wären wir eigentlich wieder abreisefertig gewesen.

Doch bei der Kontrolle unserer Ankerkette war schnell klar, dass wir mit der teilweise gelängten und völlig rostigen Kette nicht mehr ruhig schlafen konnten.

Natürlich war damit auch eine neue Kettennuss für die Ankerwinsch fällig. Die alte Kette hatte durch die gelegentlichen Übersprünge das Material der Kettennuss kräftig ausgearbeitet.

Von der Beschaffung der neuen Kette bis zum Einspleißen in die bestehende Ankertrosse und dem Anbringen der Farbmarkierungen alle zehn Meter vergingen weitere drei Tage.

Doch nun machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Der französische Wetterdienst für Polynesien sagte ab Sonntag starken Wind mit über 30 Knoten und Wellenhöhen auf offenem Wasser von bis zu vier Metern aus Südost voraus. Das bedeutet, dass einzelne Wellen durchaus bis zu sieben Meter hoch werden können.

Da unser Liegeplatz in der Marina bei Südostwind bestens geschützt ist und zudem noch einige Tage verfügbar war, beschlossen wir daher, erst Mitte der nächsten Woche, nach dem Durchzug dieser Konvergenzzone, weiterzusegeln.