
Das O’Belvedere ist eine der Sehenswürdigkeiten auf Tahiti, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Direkt oberhalb von Papeete auf etwa 600 Metern Höhe liegt das höchstgelegene Restaurant Französisch-Polynesiens. Vor allem aber bietet das O’Belvedere einen spektakulären Blick über Papeete, die Westküste Tahitis und den Pazifik.

Da wir mit unserem Mietwagen wegen der schlechten Straßenverhältnisse nicht bis zum O’Belvedere fahren durften, machten wir uns von der Marina Papeete zu Fuß auf die hin und zurück 20 Kilometer lange Wanderung. Die ersten Kilometer führten noch flach an einer Hauptstraße durch Papeete, bevor es anschließend auf sechs Kilometern steil bergauf ging.

Mit jedem Höhenmeter wurde der Verkehrslärm der Stadt leiser. Ab einer Höhe von 200 Metern führte die Straße steil den Berg hinauf und schlängelte sich durch die üppige tropische Vegetation. Nur noch selten gab die Vegetation den Blick zurück auf Papeete und die Küste frei.

Der Aufstieg war zwar durchaus anstrengend und schweißtreibend, aber der bedeckte Himmel und die vielen schattigen Abschnitte durch die tropische Landschaft erleichterten die Wanderung doch erheblich.

Erst kurz vor dem Ziel öffnete sich uns ein beeindruckendes Panorama. Papeete lag weit unter uns, dahinter erstreckte sich der Pazifik mit der Insel Moorea. Die Stadt wirkte aus dieser Höhe fast wie eine Miniatur, während die steilen grünen Berghänge Tahitis die Szenerie einrahmten.

Das Restaurant selbst liegt spektakulär am Berghang. Und wer nun glaubt, dass hier oben vor allem exotische polynesische Spezialitäten auf der Speisekarte stehen, wird überrascht sein: Eine besondere Spezialität des O’Belvedere ist Käsefondue.

Ein Schweizer Klassiker mitten im tropischen Tahiti – damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Nach unserem Aufstieg kam uns das Fondue allerdings gerade recht, denn der bedeckte Himmel und der leichte Wind in der Höhe ließen die Temperatur auf gefühlte 20 Grad sinken.

Auf ein erfrischendes Bad im restauranteigenen Pool verzichteten wir angesichts der eher kühlen Temperaturen allerdings gerne.

Selbst der Besuch des stillen Örtchens wird hier oben dank der Aussicht zum Erlebnis.

Am Ende waren wir uns einig: Der Weg zum O’Belvedere hatte sich gelohnt. Die Aussicht über Papeete und die Küste war beeindruckend, und durch den Aufstieg zu Fuß hatten wir die Landschaft viel intensiver erlebt, als es bei einer Fahrt mit dem Auto möglich gewesen wäre.

Dass wir unsere Wanderung am sprichwörtlichen Höhepunkt mit einem der besten Käsefondues krönen konnten, das wir je gegessen haben, machte diesen Ausflug endgültig zu einer besonderen Erinnerung an Tahiti.