Trou de la Baleine – die Walbucht von Makemo

Trou de la Baleine ist der französische Name unseres Ankerplatzes, den wir zum Schutz vor dem kräftigen Südostwind aufgesucht hatten. Der Name bedeutet „Walbucht“ oder, wörtlich übersetzt, „Walloch“.

Das Walloch ist ein bemerkenswert blauer und tiefer Sandpool im östlichsten Teil des Atolls. Alten Geschichten zufolge trieben die Einwohner von Makemo mit ihren Auslegerkanus Buckelwale, die in den Pass eindrangen, bis in diese östliche Ecke des Atolls. Dort erlegten sie einen der Wale, von dessen Fleisch sie sich anschließend wochenlang ernährten.

Bei unserem Landgang konnten wir von dieser Zeit des Walfangs allerdings nichts mehr entdecken.

Lediglich einige unbewohnte, aber noch gut erhaltene Hütten zeugten davon, dass sich erst vor kurzer Zeit Einheimische während der Kopraernte hier aufhielten.

Wir spaziertenauf einem breiten Pfad durch die Kokospalmenplantage und gelangten so ohne Schwierigkeiten zum Außenriff.

Hier, wo die rauen Kräfte des Ozeans ungebremst auf das Atoll trafen, war alles kahl und schroff. Das nackte Korallengestein war messerscharf, und von Sand war keine Spur.

Wir folgten dem Riff einige hundert Meter, bevor wir wieder zur Lagunenseite zurückkehrten. Dabei kamen wir an einer Vorrichtung vorbei, auf der das Kokosnussfleisch ausgebreitet und in Wind und Sonne während der Kopraernte getrocknet wird.

Auf der Lagunenseite stießen wir auf einen rosafarbenen Sandstrand und konnten endlich die Schuhe ausziehen.

Da gerade noch Niedrigwasser herrschte, konnten wir fast trockenen Fußes bis zu der weit in die Lagune hineinragenden Sandbank marschieren.

Dass wir uns an diesem Ort am Abend mit den anderen Seglern, die ebenfalls hier vor Anker lagen, zur Happy Hour wieder treffen würden, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Da der Wind heute erstmals etwas nachgelassen hatte, kamen gegen 16 Uhr fast alle Segler mit ihren Dinghys zur Sandbank.

Dort saßen wir mit unseren mitgebrachten Drinks bei langsam auslaufendem Hochwasser auf einem immer kleiner werdenden Sandfleck. Doch die nach Sonnenuntergang schnell einsetzende Dunkelheit machte unserer spontanen Seglerrunde ein Ende – gerade noch rechtzeitig, bevor wir nasse Füße bekamen.

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