
Wenn schon das Wetter in den nächsten Tagen keine Besserung versprach, wollten wir die Zeit doch zumindest an einem ruhigeren Ankerplatz verbringen, ohne ständig von den Wellen verschaukelt zu werden.

Makemo ist das viertgrößte Atoll des Tuamotu-Archipels. Es erstreckt sich über eine Länge von 70 Kilometern von Nordwesten nach Südosten. Die Breite liegt dabei zwischen 10 und 17 Kilometern. Zusammen mit der Lagune ergibt sich eine Fläche von rund 845 Quadratkilometern – fast doppelt so groß wie der Bodensee.
Über diese riesige Wasserfläche können sich die Wellen bei entsprechendem Wind beträchtlich aufbauen, sodass das Liegen vor Anker schnell ungemütlich werden kann.
Seit dem Morgen hatte der Wind langsam von Ost auf Südost gedreht. Laut Vorhersage sollte er in den nächsten Tagen noch weiter in Richtung Süden drehen. Der einzige wirklich gut geschützte Ankerplatz auf Makemo liegt ganz im Osten – und damit am weitesten von unserem bisherigen Standort entfernt.

Die Abfahrt erfolgte im Regen, natürlich unter Motor, denn es ging direkt gegen den Wind. Gegen Mittag lockerte die Bewölkung etwas auf. Das war hilfreich, denn nun konnten wir die zahlreichen Korallenköpfe wenigstens früher erkennen und ihnen entsprechend ausweichen.

Je weiter wir nach Osten kamen, desto dichter war die Lagune mit diesen Riffen gespickt. Die großen Korallenblöcke waren meist schon aus einem Kilometer Entfernung am veränderten Wellenbild zu erkennen. Die kleineren gaben sich dagegen oft erst wenige Meter vor dem Boot zu erkennen – entsprechend konzentriert mussten wir Ausschau halten.

Nach sechs Stunden Fahrt hatten wir es geschafft. Wir lagen in der Bucht am östlichen Ende von Makemo bei 20 Knoten Wind ruhig vor Anker – und vor allem ohne die unangenehmen Wellen.