Zum Potluck nach Hirifa

Hirifa liegt fast 30 Seemeilen entfernt an der Südostspitze von Fakarava. Für den heutigen Tag war nur wenig Wind vorhergesagt – und ausgerechnet aus dieser Richtung. Das angekündigte Potluck am Strand motivierte uns jedoch, die rund sechsstündige Motorfahrt trotzdem auf uns zu nehmen.

Also hieß es früh aufstehen und vor der Abfahrt noch schnell frisches Brot einkaufen. Hinter schweren Wolken, aus denen leichter Regen fiel, ging die Sonne schließlich glühend auf – ein stimmungsvoller Beginn des Tages.

Eine Stunde nach Sonnenaufgang waren wir bereits ankerauf und unterwegs. Wie so oft verließen wir auch heute unseren Ankerplatz im Regen.

Je weiter wir nach Südosten vorankamen, desto besser wurde das Wetter. Das betonierte Fahrwasser entlang des nordöstlichen Atollsaums und die erstaunlich akkuraten Seekarten erleichterten die Fahrt durch die mit zahlreichen Korallenköpfen gespickte Lagune ungemein.

Zusätzlich nutzten wir auf einem Tablet die Satellitenansicht unserer Route. Auf dem letzten Drittel der Strecke war die Orientierung anhand der Luftbildkarten allerdings die einzige Navigationsmöglichkeit – C-MAP und Navionics bieten für dieses Gebiet bislang noch keine detaillierten Seekarten an. Dadurch war nun deutlich mehr Aufmerksamkeit gefragt: Ständig galt es, sowohl die Farbe des Wassers als auch unsere auf dem Bildschirm angezeigte Position im Auge zu behalten.

Kurz nach Mittag erreichten wir das Ankerfeld von Hirifa. Obwohl bereits zwölf Boote vor Anker lagen, fanden wir dank des klaren Wassers und der geringen Wassertiefe von etwa zehn Metern schnell ein von Korallenblöcken freies Plätzchen.

Gegen 16 Uhr ging es mit dem Dinghy zum Strand. Jedes Boot brachte etwas Essbares zum Teilen für die Gemeinschaft mit, während sich jeder selbst mit Getränken versorgte.

Unglaublich, was bei dreizehn Booten wieder alles zusammenkam! Von herzhaften Snacks bis zu leckeren Desserts war alles dabei – ein wahrer Festschmaus.

Bemerkenswert war, dass beim heutigen Potluck neben den Booten aus den USA und Frankreich, die Segler aus Deutschland, Schweiz und Luxemburg deutlich in der Überzahl waren. So fühlte sich das internationale Treffen fast ein bisschen wie ein kleines deutschsprachiges Seglertreffen in der Südsee an.

Nach dem verregneten Start in den Tag hätten wir den grandiosen Sonnenuntergang aufgrund der vielen interessanten Gespräche beinahe verpasst. Zum Glück bemerkten wir noch rechtzeitig, wie spektakulär sich der Himmel verfärbte.

Auch wenn der nahezu volle Mond bereits hoch am Himmel stand, wurde es innerhalb von kaum 20 Minuten erstaunlich schnell dunkel. Das war für uns das Zeichen, im letzten Tageslicht wieder an Bord zurückzukehren.