Mit dem Dinghy ins grüne Herz von Raiatea

Am Kopf der Bucht von Fa’aroa mündet der kleine Fluss Apo’oma’u. Das Besondere an ihm: Er soll mit dem Beiboot über eine längere Strecke – zumindest bis zum Botanischen Garten von Raiatea – schiffbar sein.

Da der Fluss samt Mündung nicht kartographiert ist, arbeitete wir uns ganz vorsichtig an die Flussmündung heran. Erschwerend kam hinzu, daß wir im Mündungsbereich den Grund nicht sehen konnten. Das Wasser war hier durch das mitgeführte Sediment und die Vermischung von Salz- und Süßwasser milchig Grün. Durch ständiges loten mit dem Paddelstiel fanden wir jedoch einen Durchfahrt über das Mündungsflach mit mindestens 50 cm Wassertiefe.

Nach der breiten Mündung säumte üppige Vegetation den immer schmaler werdenden Fluss. Auch die Wassertiefe war nun kein Problem mehr. Das Wasser wurde zunehmend klarer, und bis in über einen Meter Tiefe konnten wir den Grund wieder erkennen.

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Auf dem folgenden, etwa 1,5 km langen Abschnitt passierten wir mehrere Bootsanleger, hinter denen sich vermutlich Plantagen befanden. Stellenweise war der Fluss vollständig überwachsen, und ein paar Mal mussten wir umgestürzte Bäume umfahren, die mitten im Wasser lagen.

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Am Botanischen Garten angekommen, sicherten wir unser Dinghy an einem recht modernen Betonanleger und folgten einem schön angelegten Weg unter schattigen Bäumen und vorbei an zahlreichen blühenden Helikonien.

Unser eigentliches Ziel erreichten wir nach einem weiteren Kilometer landeinwärts entlang der Straße: das Mystery House.

Hier hatte der pensionierte Ingenieur Gérald aus der Bretagne während der Coronazeit etwas aufgebaut, das unsere optischen Sinne wie auch unser Gleichgewichtsgefühl gehörig durcheinanderbrachte.

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Es kostete uns einige Konzentration, im Haus nicht umzufallen – wir hatten dabei aber riesigen Spaß.

Auf dem Rückweg besuchten wir noch André, der uns stolz durch seine Plantage gegenüber dem Botanischen Garten führte.

Der biologische Anbau, ganz ohne Chemie, war ihm sichtlich wichtig.

Um uns die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen seiner Litschis zu zeigen, kletterte André wie ein Affe blitzschnell in die Baumkronen und erntete ganze Büschel für uns. Tatsächlich variierte der Geschmack von Baum zu Baum – von süß bis sauer. Zum Abschied wollte er kein Geld annehmen. Also tauschten wir zwei Büchsen Bier gegen eine Staude Bananen und einen Rucksack voller Litschis.

Überwältigt von den Eindrücken des heutigen Tages und der erlebten Gastfreundschaft werden wir Raiatea bestimmt in bester Erinnerung behalten.

2 Kommentare zu „Mit dem Dinghy ins grüne Herz von Raiatea“

  1. buon giorno. im parco dei mostri in Latium gibts auch so ein Haus. mir wurde da drin schwindlich! schon toll, das auch am anderen ende der welt zu finden. lb.grüße

    1. Hallo Ingrid, stimmt mir wurde auch ganz komisch. Als die Optik und das Gefühl für die Schwerkraft nicht mehr übereinstimmen, setzte sich sofort das Schwanken der Landkrankheit durch.
      Grüssle

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