
Der zweite Tag unserer Inselrundfahrt führt uns noch einmal in den Süden von Tahiti, nach Teahupoo. Genau hier, vor ziemlich genau zwei Jahren, wurden zwischen dem 27. Juli und dem 6. August 2024 die Wettkämpfe im Wellenreiten der Olympischen Spiele ausgetragen.

Der kleine Ort Teahupoo liegt am Ende der Straße an der Südostküste von Tahiti-Iti. Eigentlich besteht der Ort nur aus einem großen Parkplatz und ein paar Restaurants direkt am Ufer.

Auf Teahupoo wird schätzungsweise seit 1985 aktiv gesurft. Bereits ab 1986 entdeckten auch die Bodyboarder den Spot für sich. Seinen weltweiten Durchbruch als eine der spektakulärsten Profi-Wellen der Welt erlebte Teahupoo schließlich Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre.

Da man vom Ufer aus nicht viel von der eigentlichen Welle erkennen kann, fuhren wir mit Tadäeus, einem der vielen einheimischen Bootsführer, hinaus, um die Surfer aus nächster Nähe zu beobachten. Er erklärt uns, wie die berühmte Welle entsteht – und erzählt uns ganz nebenbei, dass er hier selbst bereits in den 70er Jahren gesurft hatte.

Vorbei an dem auf dem Riffdach stehenden Kampfrichterturm fuhren wir durch den Riffpass hinaus. Etwa 500 Meter vom Ufer entfernt entsteht die berühmte Welle, wenn der Pazifische Schwell im richtigen Winkel auf das Riff trifft.

Hier ändert sich die Wassertiefe abrupt von etwa 50 Metern auf weniger als einen Meter. Dadurch wird die Energie der heranrollenden Welle auf engstem Raum gebündelt. Das Wasser kann nicht schnell genug ausweichen, die Welle wird immer steiler und schließlich schießt die obere Wassermasse mit ungeheurer Wucht nach vorne und formt einen massiven, tonnenförmigen Tunnel.
Das Besondere an Teahupoo ist dabei nicht nur die Höhe der Welle. Sie ist außergewöhnlich dick, schwer und kraftvoll – und genau das macht sie für Surfer so spektakulär und zugleich gefährlich.
Nachdem wir einige Wellen beobachten konnten, waren wir uns einig: Teahupoo gehört definitiv zu den Höhepunkten von Tahiti. Allein die Fahrt hinaus zum Riff und der Blick auf die Surfer in dieser gewaltigen Welle waren den Besuch auf jeden Fall wert.