
Eigentlich wollten wir etwas länger im Süden Tahitis bleiben. Das Wetter in der Phaeton Bay war jedoch wenig einladend, sodass wir unseren Aufenthalt dort nicht verlängerten.

Die Phaeton Bay ist eine tief eingeschnittene Bucht, die den nördlichen Hauptteil von der südlichen Halbinsel Tahitis trennt. Durch ihre geschützte Lage gilt sie unter Seglern als ideales Hurrikan Hole – ein sicherer Zufluchtsort während der Zyklonsaison.

Während der drei Tage, die wir dort verbrachten, lagen dort fast 100 Segelboote vor Anker. Viele davon waren offenbar unbewohnt und machten einen heruntergekommenen Eindruck. Die dichte Bewölkung, die sich zwischen den beiden Landmassen festzusetzen schien, verstärkte zusammen mit den häufigen Regenschauern diese etwas triste Atmosphäre. Dazu kam, dass das Thermometer selbst tagsüber kaum über 22 Grad stieg.

Unseren Wassermacher ließen wir ausgeschaltet. Das Wasser in der Bucht war durch den schlammigen Untergrund stark mit Sedimenten belastet, sodass unsere Vorfilter vermutlich innerhalb kürzester Zeit zugesetzt gewesen wären. Ohne Sonnenschein hätten unsere Solarpaneele ohnehin nicht genügend Energie geliefert, um auf diese Weise unsere Wassertanks zu füllen.

Deshalb kehrten wir zum Mooringfeld von Haitama zurück. Als Ausgangspunkt für den weiteren Weg nach Norden gefiel es uns dort deutlich besser: Das Wasser war glasklar, die Sonne schien, und alles wirkte gleich viel freundlicher.

An Land gab es zudem eine Wasserstelle, an der auch die Einheimischen regelmäßig Trinkwasser in Kanistern holten.

So konnten wir mit dem Dinghy und mehreren Kanistern unsere Wassertanks wieder komplett auffüllen.

Da die Wettervorhersage ein günstiges Zeitfenster versprach, machten wir uns bereits einen Tag später auf den Weg nach Papeete. Mit der Insel Morea im Blickfeld mussten wir anfangs noch motoren. Der Südwind mit etwa zehn Knoten war zu schwach, um gegen die rund zwei Meter hohen Wellen anzusegeln. Im Laufe des Tages frischte der Wind jedoch deutlich auf und wir segelten flott zur Nordküste von Tahiti.

Das Ankermanöver in der bereits gut gefüllten Airport Anchorage von Papeete bei knapp 30 Knoten Wind war alles andere als einfach und verlangte uns zum Tagesende noch einmal volle Konzentration ab.