Valentine und Gaston – Gastgeber im Toau-Atoll

Die Anse Amyot im Norden des Toau-Atolls wird von zwei Familien bewohnt. Wir besuchten Valentine und Gaston, die hier in der geschützten Bucht ihren Lebensunterhalt mit der Bewirtung vorbeikommender Segler und der Vermietung von Mooringbojen verdienen.

Bei unserem ersten Landgang besuchten wir Valentine und Gaston, um die Gebühr für unsere Mooringboje zu bezahlen und zugleich ein Mittagessen für den nächsten Tag zu bestellen. Dabei erfuhren wir, dass auch die Besatzungen der anderen Boote in der Bucht ebenfalls reserviert hatten.

Valentine und Gaston leben hier in zwei einfachen Hütten am Strand. Eine ist rundum offen und das Dach schützt lediglich vor dem Regen. Dort befindet sich die Küche. Die zweite Hütte dient sowohl als Wohnhaus, als auch als Gastraum für ihre Besucher.

Eine weitere auf Stelzen stehende Hütte, etwas zurückgesetzt, dient wohl als Schlafhaus.

Hinter den Hütten erstreckt sich eine weitläufige Kokospalmenplantage, die jedoch nicht mehr bewirtschaftet zu werden scheint.

Früher war die Kopraproduktion vermutlich die wichtigste Einnahmequelle. Heute dürfte das Geschäft mit den Seglern deutlich einfacher und zugleich lukrativer sein.

Kokosnüsse werden inzwischen nur noch für den Eigenbedarf, sowie als Futter für die zahlreichen Hühner und die beiden großen Hausschweine genutzt.

Am Strand entdeckten wir außerdem eine Gedenkstätte, bewacht von einem großen hölzernen Tiki, für den Schweizer Segel- und Motorsportler Laurent Bourgnon.

Er hatte mehrere bedeutende Einhand- und Hochseeregatten gewonnen, darunter die Route du Rhum, die Solitaire du Figaro und die Transat Jacques Vabre. Vor elf Jahren kehrte er nach einem Tauchunfall am Außenriff von Toau nicht mehr zurück.

Die Vorbereitungen für das Segler-Mittagessen liefen bereits am Vormittag auf Hochtouren. Gaston war schon früh am Außenriff fischen gewesen. Seine Ausbeute konnte sich sehen lassen: mehrere Thunfische und zahlreiche Langusten.

Direkter aus dem Meer auf den Grill geht es kaum – frischer kann ein Essen nicht sein.

Bei diesem hervorragenden Essen verbrachten wir gemeinsam mit den anderen Seglern einen ausgesprochen kurzweiligen Nachmittag.

Das Menü kostete zwar 5.000 XPF (etwa 40 €) pro Person und war damit nicht gerade günstig. Da der Preis jedoch auch die Mooringgebühr beinhaltete und die Qualität des Essens hervorragend war, hat sich der Besuch für uns auf jeden Fall gelohnt.

Natürlich waren wir auch Schnorcheln in der Bucht. Unglaublich dieser Fischreichtum

Der Aufenthalt bei Valentine und Gaston wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Zum Abschied versprachen wir Valentine, auf unserem Rückweg zu den Marquesas-Inseln noch einmal vorbeizukommen.