
Der Name Shark Bay, einer kleinen Bucht unweit unseres Ankerplatzes, machte uns neugierig. Um herauszufinden, was sich hinter diesem Namen verbarg, mussten wir diesen Ort natürlich selbst besuchen.

Entlang der Straße nach Hakahau wanderten wir zunächst in Richtung Flugplatz. Im Rucksack befanden sich natürlich unsere Schnorchelausrüstung und die Unterwasserkamera.

Auf dem nahezu schattenlosen Weg erklommen wir einige Anhöhen und konnten dabei immer wieder einen schönen Blick auf unseren Ankerplatz genießen.

Nach rund drei Kilometern erreichten wir die letzte Anhöhe. Von dort lag unser Ziel bereits gut sichtbar vor uns.

Unten angekommen konnten wir zunächst nichts Besonderes entdecken. Das gerade herrschende Niedrigwasser hatte einen riesigen weißen Sandstrand freigelegt, der zu beiden Seiten von schroffen Felsen eingerahmt wurde.

Wir vermuteten zunächst, von den Felsen aus etwas Interessantes im Meer entdecken zu können. Doch die eigentlichen Überraschungen fanden wir in den zahlreichen Gezeitentümpeln.

Zahlreiche kleinere Fische, darunter auch dieser Kofferfisch, hatten sich mit dem ablaufenden Wasser nicht mehr rechtzeitig ins offene Meer retten können. Nun mussten sie im verbliebenen Wasser auf die nächste Flut warten, die ihnen den Weg zurück in die Freiheit bringt.

Erst als wir anschließend direkt vom Sandstrand aus mit unserer Schnorchelausrüstung ins Wasser gingen, begegneten wir den eigentlichen Namensgebern der Bucht. Die etwa 50 Zentimeter langen Schwarzspitzen-Riffhaie waren noch Jungtiere, trugen aber bereits alle charakteristischen Merkmale ihrer ausgewachsenen Artgenossen.
Gemächlich patrouillierten sie durch das knietiefe Wasser und ließen sich von unserer Anwesenheit überhaupt nicht stören. Ganz im Gegenteil – einige schienen sogar neugierig zu sein und schwammen immer wieder auf uns zu.

Damit war das Geheimnis der Shark Bay gelüftet: Sie dient offenbar als Kinderstube für Schwarzspitzen-Riffhaie auf Ua Pou. Mit etwas Glück – oder Pech, je nach Sichtweise – dürfte man hier aber gelegentlich auch ausgewachsenen Tieren begegnen.