Alltag in Taiohae

Unser Aufenthalt in Taiohae stand vor allem im Zeichen der Vorbereitungen für die nächste Etappe unserer Reise. Während wir auf die Lieferung des neuen Außenbordmotors warteten, stockten wir unsere Lebensmittelvorräte für die bevorstehende Fahrt durch die Atolle des Tuamotu-Archipels auf.

Um überhaupt an Land zu gelangen, mussten wir zunächst mit dem Dinghy etwa 15 Minuten quer über die große Bucht fahren. Dort angekommen, quetschten wir uns zwischen den zahlreichen abgestellten Beibooten hindurch zu einer der Ausstiegsleitern am Anleger. Anschließend wurde das Dinghy mit einer langen Leine von der rauen, muschelbewachsenen Betonmauer ferngehalten, um Beschädigungen zu vermeiden.

Direkt neben dem Anleger befindet sich der Fischmarkt. Hier putzen und verkaufen die Fischer ihren Fang unmittelbar vor Ort.

Die Fischreste landen dabei ganz selbstverständlich im Meer und locken zahlreiche Haie an. Es empfiehlt sich daher, beim Anlanden nicht gerade ins Wasser zu fallen.

Von der Anlegestelle mit dem angrenzenden Obst- und Gemüsemarkt trafen wir entlang der Küstenstrasse auf mindestens vier Supermärkte. Zwar boten sie alle mehr oder weniger das gleiche Sortiment an, dennoch lohnte es sich, jeden einzelnen zu besuchen. Häufig waren bestimmte Produkte in einem Geschäft bereits ausverkauft, während sie im nächsten noch problemlos erhältlich waren.

Insgesamt war die Versorgungslage in Taiohae ausgezeichnet. Nach einigen Einkaufstagen waren unsere Vorräte, die nun bis Tahiti reichen müssen, wieder großzügig aufgefüllt.

Auf unseren Einkaufstouren gab es nicht nur Besorgungen zu erledigen. Immer wieder gab es Interessantes zu entdecken. So steht diese 12 Meter hohe Tiki Frau als Wahrzeichen von Taiohae oberhalb der Anlegestelle.

Während der konstante Schwell die Segelboote in der Bucht unablässig rollen ließ, schien er den meist einheimischen Surfern umso mehr Freude zu bereiten.

Am Samstag hörten wir bereits am frühen Vormittag Trommeln durch die ganze Bucht hallen. Zunächst vermuteten wir Vorbereitungen für die Ankunft eines Kreuzfahrtschiffes.

Gegen Mittag wurde uns jedoch klar, dass die Feierlichkeiten einem ganz anderen Anlass galten: dem Zieleinlauf eines Auslegerkanu-Rennens.

Das Besondere an diesem Wettbewerb war jedoch die Distanz. Die Teilnehmer hatten zuvor 67 Kilometer über die offene See von Ua Huka nach Nuku Hiva zurückgelegt – eine Leistung, die selbst mit modernen Sportbooten Respekt verdient.

Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Kraft und Geschwindigkeit das Siegerboot „Shell“ aus Tahiti über die Ziellinie schoss.

Das Fahren von Auslegerkanus ist in Polynesien weit mehr als nur ein Sport – es gehört zur Kultur und genießt beinahe den Stellenwert eines Nationalsports.

Entsprechend ausgelassen wurde der Renntag gefeiert. Die Musik und die Trommeln waren noch bis spät in die Nacht zu hören und drangen selbst bis zu unserem Ankerplatz auf der anderen Seite der Bucht.