
Nach einer unruhigen Nacht ließen wir es heute ruhig angehen und unternahmen zur Orientierung einen kurzen Spaziergang in die Nachbarbucht Hakaui.

Bereits am Abend zuvor waren schwere Wolken aufgezogen, die sich in den hohen Bergen festsetzten und für ausgiebigen Regen sorgten. Mit abnehmendem Wind lief zudem immer mehr Schwell in die Bucht, was Kirke so heftig von einer Seite zur anderen rollen ließ, dass an ruhigen Schlaf kaum zu denken war.

Mit dem Tageslicht besserte sich die Situation merklich. Nachdem einige Boote die Bucht verlassen hatten, verlegten wir uns in der Hoffnung etwas ruhiger zu liegen, etwas tiefer in die geschützte Bucht hinein.

Gegen Mittag fuhren wir mit dem Dinghy an Land. Da es hier keine Landestelle gab, mussten wir das rund 70 Kilogramm schwere Dinghy samt Motor zu zweit über die Hochwassermarke den Strand hinauftragen – keine leichte Arbeit.

Die Wegsuche stellte uns vor die nächste Herausforderung. Zunächst folgten wir einem Pfad, der hinter dem Strand immer tiefer in den Wald führte. Also wieder zurück und beim zweiten Versuch direkt entlang der Felsen am Ufer entlang.

Dieses Mal waren wir richtig. Nach etwa 100 Metern zweigte ein gut ausgetretener Pfad in den Wald ab und führte uns über eine kleine Anhöhe in die nächste Bucht.

Nur an einer Stelle, kurz vor der Anhöhe, gab der dichte Wald den Blick kurz auf unsere Ankerbucht frei. Inzwischen hatte sich der Ankerplatz weiter geleert und wir waren nur noch mit sechs Booten hier vor Anker.

Vor der Siedlung Hakaui galt es noch ein letztes Hindernis zu überwinden: den Fluss. Also Schuhe ausziehen und durch das fast knietiefe Wasser waten.

Kurz darauf erreichten wir die ersten Häuser von Hakaui. Auffallend war, wie gepflegt überall die Gärten waren. Kaum angekommen, wurden wir bereits gefragt, ob wir etwas essen möchten. Für morgen vereinbarten wir, nach unserer geplanten Wanderung zum Wasserfall, hier zum Mittagessen einzukehren.

Wir folgten dem Weg weiter taleinwärts, der ebenfalls zum Wasserfall führt, bis zur kleinen Kirche. Allein ihre Größe zeigte uns, dass hier nur eine Handvoll Menschen lebt.

Ganz schlicht gehalten: lediglich eine Überdachung, ein Altar und eine Marienstatue schmückten die kleine Kirche.

Unseren Rundgang beendeten wir am Strand. Hier gab es keinen weißen Sand – stattdessen bestand der feine Strand aus schwarzem Vulkansand, der ebenso weich wirkte.

Hier mündet auch der Fluss ins Meer. Bei Hochwasser und ruhiger See könnte man sogar mit dem Dinghy bis in den Ort fahren.

Bislang hatten wir meist nur ausgetrocknete Flussbetten in trockenen Landschaften oder kleine Rinnsale gesehen. Dieser Fluss hingegen schuf eine völlig andere Umgebung und machte uns umso gespannter auf den Wasserfall, den wir als Nächstes besuchen wollten. Kein Wunder das diese Bucht auch den Namen Garten von Eden bekommen hat.