
Da unser neuer Außenbordmotor planmäßig am 28. Mai in Taiohae ankommen sollte, gingen wir Anker auf, um uns bereits in zwei Etappen auf die Südseite der Insel zu verlegen.

Nur ungern verließen wir die Baie d’Anaho, die bislang beste Ankerbucht unserer Zeit auf den Marquesas. Zunächst mussten wir uns entscheiden, ob wir die Insel im oder gegen den Uhrzeigersinn umrunden wollten. Kaum hatten wir die Bucht verlassen, wehte der Wind mit etwa 15 Knoten aus Südost. Damit war die Entscheidung schnell gefallen: angenehmes Segeln mit achterlichem Wind, dazu Unterstützung durch die Strömung, die uns zusätzlich mit einem halben Knoten anschob.

Somit war die Richtung, die wir ohnehin bevorzugt hatten, vorgegeben. Die zehn Seemeilen bis zur Nordwestspitze der Insel vergingen unter diesen Bedingungen entsprechend schnell.

Auf Höhe des Flughafens – der einzigen flachen Stelle der ansonsten gebirgigen Insel – nahm der Wind durch den Kapeffekt wie erwartet deutlich zu, um wenige Minuten nach dem Runden des Kaps plötzlich völlig einzuschlafen.

Das kam uns durchaus gelegen, denn in der nächsten Bucht wollten wir ohnehin noch eine Nacht verbringen, bevor wir am folgenden Tag die zweite Etappe in Angriff nehmen würden.

Die Bucht Haapotu lag etwa eine Seemeile hinter dem Kap und war optimal nach Nordwesten ausgerichtet, sodass sich praktisch kein Schwell in die Bucht verirren konnte. Bei einer leichten, angenehm kühlenden Brise verbrachten wir dort zusammen mit dem Katamaran „Kili“, der schon in Anaho unser Nachbar am Ankerplatz gewesen war, eine ruhige Nacht.