Tagesausflug nach Taiohae

Taiohae ist mit über 2.000 Einwohnern der Haupt- und Verwaltungsort von Nuku Hiva. Da die Ankerbucht von Taiohae häufig überfüllt ist, unternahmen wir einen Tagesausflug auf dem Landweg dorthin. Zum einen wollten wir die Bestellung eines neuen Außenbordmotors aufgeben, zum anderen uns bereits einen Eindruck von den Einlaufmöglichkeiten, dem Ort selbst und dem Inselinneren verschaffen.

Um mit dem Taxi in das 25 Kilometer entfernte Taiohae zu gelangen, mussten wir zunächst erneut zu Fuß über den Berg in das vier Kilometer entfernte Hatiheu wandern. Deshalb waren wir bereits kurz nach Sonnenaufgang unterwegs.

Gegen 8 Uhr erreichten wir den kleinen Supermarkt „Magasin Tamarii Louise“ in Hatiheu, dessen Besitzer auch Taxifahrten anbietet. Bereits einige Tage zuvor hatten wir mit ihm die heutige Fahrt nach Taiohae vereinbart.

Die Hauptmotivation unseres heutigen Ausflugs war das Korrosionsproblem unseres Honda-5-PS-Außenbordmotors. Er hatte uns zwar 15 Jahre lang gute Dienste geleistet, verliert inzwischen jedoch am Zylinderkopf durch Lochfraß Öl. Zwar konnten wir den Schaden provisorisch reparieren, dennoch möchten wir den Motor möglichst bald ersetzen, da wir der Reparatur langfristig nicht vertrauen.

Unser erster Weg in Taiohae führte uns deshalb zum „Magasin Nuku Tai Nui Marine“, einem sehr gut sortierten Geschäft für Bootszubehör. Da wir bereits im Vorfeld Kontakt aufgenommen hatten, wurden wir uns schnell einig und bestellten einen neuen Yamaha-Enduro-8-PS-Außenborder. Geliefert werden soll er mit einem der nächsten Versorgungsschiffe aus Tahiti, die etwa im dreiwöchigen Rhythmus Waren nach Nuku Hiva bringen.

Anschließend besuchten wir den Obst- und Gemüsemarkt und deckten uns für die kommenden Tage mit frischen Lebensmitteln ein, die es in den beiden kleinen Supermärkten von Hatiheu nicht gibt. Die Ironie dabei war jedoch, dass ein Großteil des Obstes und Gemüses aus der Nachbarbucht unseres Ankerplatzes stammte – dort werden wir künftig wohl direkt einkaufen gehen.

Vom Ufer aus hatten wir einen guten Überblick über den gesamten Ankerplatz von Taiohae. Durch die vielen Boote wirkt die Bucht auf den ersten Blick oft sehr voll. Tatsächlich ist sie jedoch so weitläufig, dass man normalerweise immer noch einen geeigneten Ankerplatz findet. Ein Nachteil bleibt allerdings: Die Bucht ist nach Süden hin völlig ungeschützt. Der vorherrschende Südostschwell kann daher ungehindert einlaufen, was das Ankern zeitweise recht ungemütlich machen kann.

Gegen Mittag machten wir uns mit mehreren Stopps an verschiedenen Aussichtspunkten wieder auf den Rückweg. Für die 25 Kilometer benötigt man auf den steilen und kurvenreichen Straßen nämlich deutlich mehr als eine Stunde.

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Im Vergleich zu den anderen Marquesas-Inseln wirkt Nuku Hiva deutlich grüner, steiler und dadurch auch wilder. Kein Wunder, denn viele der Bergkämme überschreiten die 1.000-Meter-Marke, und der höchste Berg der Insel, der Mont Tekao, erreicht immerhin 1.224 Meter Höhe. Durch die Abgeschiedenheit und die üppige Vegetation könnte man fast meinen, man befände sich in der Kulisse von „Jurassic Park“ – auch wenn die Dreharbeiten tatsächlich auf Hawaii stattfanden.