Wanderung von Anaho nach Hatiheu

Seit ein paar Tagen ankern wir in der Bucht von Anaho – einem Ort ohne Straßenanbindung an den Rest der Insel Nuku Hiva. Menschen und Waren gelangen entweder auf dem Wasserweg hierher oder über einen steilen Fußpfad zum im Nachbartal gelegenen Ort Hatiheu, der an das Straßennetz der Insel angebunden ist. Genau diese Wanderung hatten wir uns für heute vorgenommen.

Durch einen schmalen Kanal gelangten wir mit dem Dinghy durch das Riff zum Strand. Dort verankerten wir es in ausreichend tiefem Wasser, damit es bei Niedrigwasser nicht trockenfällt.

Zunächst liefen wir fast einen Kilometer am Ufer der Bucht entlang, vorbei an der kleinen Kirche von Anaho, bis zum Beginn des Pfades, der uns vom Meer weg den Berg hinaufführte.

Verfehlen konnten wir den Weg nicht – es war der einzige Pfad in der Bucht. Schon nach kurzer Strecke führte er gut sichtbar und steil bergauf.

Anfangs verlief der Weg nahezu geradlinig den Hang hinauf. Im Schatten des dichten Waldes gewannen wir schnell an Höhe, allerdings noch ohne Aussicht.

Erst etwa auf halber Höhe des Übergangs ins nächste Tal ging der Pfad in Serpentinen über. An einigen lichteren Kehren bekamen wir bereits einen ersten Vorgeschmack auf die Aussicht.

Oben angekommen, auf dem rund 210 Meter hohen Pass, konnten wir die gesamte Ankerbucht überblicken. Besonders beeindruckend war der Blick auf das vorgelagerte Korallenriff, das die Bucht nahezu vollständig umschließt.

Nach einer kurzen Rast machten wir uns an den Abstieg nach Hatiheu. Auch auf dieser Seite des Bergrückens führte der Weg komplett durch den Wald, sodass es kaum Aussichtspunkte gab.

Erst als wir die Straße zum Dorf erreichten, öffnete sich der Blick auf die Bucht von Hatiheu. Besonders auffällig sind dort die markanten Felsnadeln, die steil aus der Landschaft ragen. Abgesehen von zwei kleinen Supermärkten mit eher begrenztem Angebot und einem Restaurant hatte der Ort allerdings nicht viel zu bieten.

Da es gerade Mittagszeit war, entschieden wir uns für eine Einkehr im Restaurant. Anfangs waren wir noch die einzigen Gäste, doch schon kurze Zeit später füllte sich das Lokal bis auf den letzten Platz.

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Kulinarisch wurden wir dafür belohnt: Schwein in Rum und Ziege in Kokosmilch, serviert mit Maniok, Brotfrucht und Reis, waren ein echtes Highlight der Wanderung.

Bevor wir den Rückweg auf demselben Pfad antraten, konnten wir noch eine besondere Attraktion des Ortes beobachten: Im angrenzenden Bach wurden Essensreste an riesige blauäugige Aale verfüttert.

Der Rückweg erwies sich in der Mittagshitze als deutlich anstrengender. Kein Wunder also, dass die Einheimischen diesen Weg meist lieber mit Pferden zurücklegen.