Kein Landgang auf Ua Huka

Nach einem Tag vor Anker in der Bucht von Hane und sorgfältiger Abwägung unserer Möglichkeiten Ua Huka zu erkunden, beschlossen wir schließlich, lieber weiter nach Nuku Hiva zu segeln.

Alle Ankerplätze auf Ua Huka sind sogenannte open roadsteads – also offene Reeden ohne wirklichen Schutz zur See. Sobald der Wind einen südlichen Anteil hat, werden die Bedingungen dort schnell ungemütlich. Hinzu kommt, dass ein sicheres Anlanden eigentlich nur am neuen Dock in der Bucht von Hane möglich ist. Für die beiden anderen Ankerplätze ist in verschiedene Cruising Guides das Anlanden als schwierig bis nahezu unmöglich beschrieben.

Baie d‘ Hane

Wir beobachteten die Bedingungen einen ganzen Tag lang. Obwohl der Wind mit etwa 10 bis 15 Knoten aus Ost wehte, wurde das Wasser in der Bucht von Hane nie wirklich ruhig. Je nachdem, wie sich das Boot in den Fallböen ausrichtete, die aus allen Richtungen von den Bergen herabkamen, rollten wir mal stärker, mal schwächer hin und her – angenehm war das jedenfalls nicht.

Auch der Blick auf die Wettervorhersage versprach keine Besserung. Bis zum Wochenende sollte der Wind leicht nach rechts drehen und aus Ostsüdost wehen, in Böen sogar bis zu 30 Knoten stark. Bevor wir uns mehrere Tage weichschütteln lassen würden, entschieden wir uns, unverrichteter Dinge weiter nach Nuku Hiva zu segeln. Dort warteten deutlich mehr und vor allem besser geschützte Ankerplätze auf uns.

Baie de Vaipaee

Entlang der Südküste von Ua Huka passierten wir die Ankerbucht von Vaipaee. Schon aus größerer Entfernung war zu erkennen, dass dieser Platz selbst bei normalen Passatbedingungen aufgrund seiner Enge und des starken Schwells wenig einladend wirkte.

Baie Haavei

Nachdem wir die Südwestspitze von Ua Huka gerundet hatten, konnten wir auch den Ankerplatz Haavei einsehen. Dort sah es kaum besser aus. Gemeinsam hatten alle Plätze zudem, dass sie nur wenig Sonne abbekommen. Die Wolken, die sich in den nördlichen Bergen verfingen, verdeckten unseren wichtigsten Energiespender oft bis auf wenige Stunden rund um die Mittagszeit – und ohne Sonne gibt es an Bord nun einmal keinen Strom.

Nur mit der Genua liefen wir beinahe platt vor dem Wind zur Nordostspitze von Nuku Hiva. Selbst draußen auf offenem Wasser war der Seegang deutlich angenehmer als in Küstennähe von Ua Huka.

Der Besuch einer Gruppe großer Delfine machte die fünfstündige Überfahrt zwischen den Inseln zusätzlich kurzweilig.

Nur wenige Seemeilen hinter dem Nordostkap öffnete sich schließlich der Blick in unsere neue Bucht. Sie schneidet sich fast drei Kilometer tief in die Landschaft ein und erinnert dadurch eher an einen norwegischen Fjord als an eine tropische Pazifikinsel.

Baie d‘ Anaho, Nuku Hiva

Vom pazifischen Schwell kommt dort am Ende der Bucht kaum noch etwas an – beste Voraussetzungen für eine ruhige und sichere Zeit vor Anker.