Über Nacht nach Ua Huka

Aufgrund der Distanz zu den nördlichen Marquesas Inseln, entschieden wir uns erneut für eine Nachtfahrt, da eine Ankunft bei Tageslicht auf Ua Huka sonst kaum möglich gewesen wäre.

Ehrlich gesagt waren wir auch froh, die rollige Bucht von Hanamenu hinter uns zu lassen. Sowohl am Ankunftstag als auch am darauffolgenden Tag setzte pünktlich um 14 Uhr ein kräftiger Seewind ein, der böig meist die 30-Knoten-Marke erreichte. Zusätzlich lief die Dünung tief in die Bucht hinein und blieb selbst dann noch spürbar, als der Wind am Abend bereits wieder abgeflaut war. Aufgrund der Lage der Bucht im Norden von Hiva Oa hatten wir mit solchen Bedingungen nicht gerechnet.Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang lichteten wir den Anker und verließen die Bucht. Draußen setzten wir gereffte Segel – schließlich hatten wir die ganze Nacht Zeit für die 55 Seemeilen nach Ua Huka. Sofort nahm Kirke Fahrt auf. Der Wind frischte weiter auf, und schnell wurde klar, dass wir deutlich zu schnell unterwegs waren. Unter diesen Bedingungen hätten wir die Strecke problemlos auch am Tag geschafft. Also refften wir erneut, bis vom Großsegel nur noch ein kleines Dreieck übrig blieb. Mit 4,5 bis 5 Knoten liefen wir schließlich ruhig und nahezu aufrecht bei Halbwind in Richtung Ua Huka.Die ersten Stunden waren stockdunkel, bis schließlich der noch gut gefüllte Mond am östlichen Himmel aufging. In seinem Licht wurde die Nutzung des Radars fast überflüssig – selbst die Wellen konnten wir im silbrigen Mondschein bis zum Horizont erkennen.Wie vorausberechnet näherten wir uns der Küste im Morgengrauen, das hier in Äquatornähe recht kurz ist und nur etwa 30 Minuten dauert.Zum Sonnenaufgang erreichten wir die Bucht von Hane, wo wir kurze Zeit später sicher vor Anker lagen.