
Nachdem wir vor drei Wochen in der Bucht von Hanatefau schon einmal aufgrund der vielen Boote keinen wirklich vertrauenswürdigen Ankerplatz gefunden hatten, hatten wir dieses Mal deutlich mehr Glück.

Das Besondere an dieser Bucht ist ihr guter Schutz vor dem vorherrschenden Passatwind. Durch das Geländeprofil treten zudem deutlich weniger Fallwinde auf als an anderen Ankerplätzen. Allerdings sind die Sandflächen begrenzt, was die Anzahl der Boote, die hier sicher ankern können, einschränkt.

Tagsüber ist vom Passatwind kaum etwas zu spüren. Stattdessen weht ein leichter, konstanter Wind von See. Nachts hingegen wird es unberechenbar: Der Wind dreht und variiert in Stärke und Richtung – teilweise sogar innerhalb des Ankerfeldes. So nutzten wir mit unserem Boot den gesamten Schwojkreis aus, verbunden mit dem Risiko, dass sich die eigene Ankerkette ungünstig legt und den Anker aus dem Sand bricht.

Doch diese kleinen Unannehmlichkeiten nahmen wir gerne in Kauf – denn die eigentlichen Bewohner dieser Bucht sind ihre Delfine. Bereits mit dem ersten Licht des Tages konnten wir ihre markanten Rückenflossen im Wasser erkennen.

Von Einheimischen hatten wir erfahren, dass die Delfine hier ihre Jungen zur Welt bringen und deshalb ortstreu sind. Tatsächlich konnten wir zahlreiche Jungtiere beobachten, von denen einige kaum größer als einen halben Meter waren.
Einige glitten ruhig durch die Bucht, während andere immer wieder aus dem Wasser sprangen – elegante Drehungen in der Luft, die vermutlich Teil ihrer Jagdtechnik sind.
Das absolute Highlight war jedoch, mit ihnen zu schnorcheln und sie unter Wasser zu erleben. Es war beeindruckend zu sehen, wie mühelos und elegant sie sich bewegen – schnell, wendig und vollkommen an ihre Umgebung angepasst.
Sie ließen sich von uns Schnorchlern nicht stören, zeigten jedoch auch kein besonderes Interesse an einer Interaktion. Sie blieben ganz in ihrer eigenen Welt – und genau das machte die Begegnung so besonders.

Mit diesen intensiven Eindrücken fiel es uns heute leicht zu verschmerzen, dass die Jagd nach dem „grünen Blitz“ beim Sonnenuntergang einmal mehr erfolglos blieb.