Wanderung und Besuch der ARANUI 5

Um einen Blick aus der Vogelperspektive auf die Umgebung von Hanavave zu erhaschen, machten wir uns heute auf den Weg zu einem hoch über dem Tal gelegenen Aussichtspunkt.

Kurz nach Sonnenaufgang brachen wir auf, um der drückenden Hitze des Tages zuvorzukommen. Doch selbst am frühen Morgen versprach die Strecke anstrengend zu werden: Aufgrund der steilen Topografie führt nur eine einzige Straße – die 17 Kilometer lange Verbindung zwischen Hanavave und Omoa – hinauf auf die Anhöhe südlich von Hanavave.

Während wir uns Schritt für Schritt bergauf arbeiteten, konnten wir immer wieder wilde Ziegen beobachten. Mit erstaunlicher Leichtigkeit kletterten sie auf schmale Bändern ind den Felsnadeln am Wegesrand – in Höhen, bei denen uns schon beim Hinsehen schwindelig wurde.

Zunächst folgte die Straße noch gemächlich einem Bachlauf aus dem Dorf hinaus. Doch schon bald begann der eigentliche Anstieg: In engen Serpentinen und mit einer Steigung von 15 bis 20 % schlängelte sich die Straße den Berg hinauf. Schnell gewannen wir an Höhe – und mit jedem Schritt eröffnete sich ein weiterer, beeindruckender Blick auf die Landschaft.

Den perfekten Aussichtspunkt zu finden, erwies sich allerdings als schwieriger als gedacht. Immer wieder versperrten steile Hänge oder Vorsprünge den freien Blick auf das gesamte Dorf und die Bucht.

Die Gebirgskämme im Osten wirken dabei fast unberührt – schroff, steil und vollkommen unerschlossen. Wer zur Ostküste von Fatu Hiva gelangen möchte, hat keine Wahl: Der einzige Weg dorthin führt über das Meer.

Auf etwa 460 Metern Höhe zweigte schließlich ein unscheinbaren Pfad nach rechts ab. Er führte uns auf einen vorgelagerten Hügel – unser Ziel für diesen Tag.

Oben angekommen, erwartete uns neben der Aussicht auch ein Zeichen der Moderne: der Sendemast, der Hanavave seit noch nicht allzu langer Zeit mit Mobilfunk versorgt. Trotz der Höhe blieb uns jedoch der Blick auf unsere „Kirke“ verwehrt. Die steilen Flanken des Berges verdeckten weiterhin mehr als die Hälfte der Bucht, sodass nur der nördliche Teil sichtbar war.

Nach einer kurzen Pause machten wir uns wieder auf den Rückweg ins Dorf. Denn dort wartete bereits das eigentliche Highlight des Tages: die Ankunft der Aranui 5.

Einmal im Monat legt dieses besondere Schiff an – halb Frachter, halb Kreuzfahrtschiff – und versorgt die Insel nicht nur mit dringend benötigten Waren, sondern bringt gleichzeitig auch Besucher mit. Schon aus der Ferne lässt sich diese ungewöhnliche Kombination gut erkennen.

Da der Hafen von Hanavave für ein Schiff dieser Größe nicht ausgelegt ist, beginnt jedes Mal ein aufwendiges Schauspiel: Mit den bordeigenen Kränen werden kleinere Boote zu Wasser gelassen – eines für die Passagiere, ein Lastkahn für die Fracht.

Den ganzen Nachmittag über herrschte geschäftiges Treiben, während Waren ent- und beladen und Gäste an Land gebracht wurden.

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Zu den wichtigsten Exportgütern der Insel zählen vor allem Früchte: Pampelmusen, Bananen und Limetten, aber auch Kopra.

Für die Besucher hatten die Einheimischen ein kleines Programm vorbereitet. Musik und Verkaufsstände mit lokalem Kunsthandwerk – von Schnitzereien über Schmuck bis hin zu Tiki-Figuren – sorgten für eine lebendige Atmosphäre.

Wir beobachteten das bunte Treiben eine Weile und ließen den Tag entspannt ausklingen.

Noch am selben Abend legte die Aranui5 mit Ziel Tuamotus ab und während langsam wieder Ruhe einkehrte, freuten wir uns bereits auf den nächsten Morgen – wenn der kleine Supermarkt endlich wieder gut gefüllte Regale und frische Waren bereithalten würde.