Standortwechsel auf Fatu Hiva

Nachdem wir in Omoa so viel erlebt hatten und der Ankerplatz zunehmend unruhig geworden war, beschlossen wir, uns in die Hanavave-Bucht zu verlegen – etwa drei Seemeilen nördlich.

Die kurze Strecke legten wir unter Motor zurück, denn im Lee von Fatu Hiva herrschte nahezu völlige Flaute. Hanavave ist die Bucht vor der zweiten Ortschaft der Insel mit rund 200 Einwohnern – also etwa halb so groß wie Omoa.

Die Bucht liegt zentral im Westen der Insel und ist fjordartig tief eingeschnitten. Umgeben von bis zu 450 Meter hohen, steil aufragenden Bergen, verspricht sie – abgesehen von möglichen Fallwinden – nahezu perfekten Schutz vor dem pazifischen Schwell.

Doch genau das ist auch ihr Nachteil: Solche Ankerbedingungen sind im Marquesas-Archipel selten und ziehen entsprechend viele Segelboote an.

Bei unserer Ankunft zählten wir bereits 21 Boote.

Erschwerend kam hinzu, dass sich die Steilheit der Berge unter Wasser nahezu fortsetzt. Um auf etwa 10 Meter Wassertiefe zu ankern, wären wir für unseren Geschmack viel zu nah an die Felswände herangekommen. Zudem war in diesem Bereich nur ein Ankern in „Kuschelentfernung“ zu den anderen Booten möglich.

Also entschieden wir uns für eine Position weiter draußen und ließen den Anker in über 20 Metern Wassertiefe fallen. Anschließend beobachteten wir aufmerksam, wie sich die Kirke in den leichten, böigen Winden verhielt, die jedoch selten mehr als 20 Knoten erreichten.

Am nächsten Morgen ergab sich dann eine bessere Gelegenheit: Das Boot vor uns lief aus. Diese Chance nutzten wir sofort zum Umankern. Nun liegt unser Anker auf etwa 13 Metern Tiefe, und mit rund 60 Metern gesteckter Kette sowie deutlich mehr Schwoiraum fühlen wir uns spürbar wohler.