Der Monarch von Fatu Hiva

Der Fatu-Hiva-Monarch ist ein endemischer Singvogel auf Fatu Hiva. Mit etwa 19 cm Länge zeichnet er sich im Erwachsenenalter durch sein vollständig schwarzes Gefieder, den schieferblauen Schnabel und die blauen Beine aus.

Heute hatten wir die besondere Gelegenheit, ein Team von Biologen in die Wälder des Ta‘i‘u-Tals zu begleiten und mehr über ihre Arbeit sowie den vom Aussterben bedrohten Vogel zu erfahren.

Früh am Morgen wurden wir mit einem Pickup am Hafen abgeholt und bis zum Ende der befahrbaren Straße den Berg hinaufgebracht. Von dort ging es nur noch zu Fuß weiter – hinein in den dichten, feuchten Wald.

Stetig ansteigend folgten wir im Ta‘i‘u-Tal dem Bachlauf, den wir mehrfach über rutschige Steine überqueren mussten. Dieses abgelegene Tal ist der einzige Ort, an dem der Monarch von Fatu Hiva noch vorkommt.

Noch im Jahr 2002 gab es mehr als 1000 dieser Vögel – heute sind es nur noch etwa 15 Individuen, darunter gerade einmal vier aktive Brutpaare.

Die größte Gefahr für den Fortbestand geht vom Nesträuber aus: eingeschleppte Ratten und verwilderte Hauskatzen. Mit Fallen und Kokosnüssen als Köder versuchen die Biologen, die Rattenpopulation zu kontrollieren.

Erst kürzlich wurde zudem erkannt, dass auch Vogelmalaria – ein durch Mücken übertragener Blutparasit – den Jungvögeln stark zusetzt. Mit selbstgebauten Mückenfallen wird versucht, zumindest in der Nähe der Nester die Anzahl der Moskitos zu reduzieren.

Das Revier eines Brutpaares erscheint mit etwa 13.000 Quadratmetern überraschend klein. Für uns erhöhte das jedoch die Chance, tatsächlich einen der seltenen Vögel zu Gesicht zu bekommen.

Unser Guide zeigte uns zunächst ein Nest, um ein Gefühl für die Größe des Vogels zu bekommen. Doch selbst dieses kleine Nest war im dichten Blätterdach kaum zu erkennen – erst nach mehreren Hinweisen entdeckte ich es schließlich. (Im obigen Foto exakt in der Bildmitte.)

Nur mithilfe der Ausschnittsvergrößerung auf dem Foto konnte ich das gut getarnte Nest anschließend auch „in echt“ wiederfinden.

Kurze Zeit später wurden wir belohnt: Ein Monarch zeigte sich. Er kam immer näher – und für einen Moment schien es fast, als würde er uns ebenso aufmerksam beobachten wie wir ihn.

Je weiter wir in das Tal vordrangen, desto abenteuerlicher wurde der Weg. Immer wieder mussten wir auf allen Vieren klettern oder uns an ausgesetzten Stellen mit Seilen sichern, während wir steile Hänge hinauf- und wieder hinabstiegen.

Unsere Anstrengungen wurden schließlich mit einer weiteren Sichtung belohnt.

Nach zweieinhalb Stunden erreichten wir wieder den Ausgangspunkt – erschöpft, aber voller Eindrücke und mit großem Respekt vor dieser einzigartigen, zugleich aber auch stark bedrohten Natur.

Umso beeindruckender ist die Arbeit von Organisationen wie SOP-MANU, die sich – oft auf freiwilliger Basis – für den Schutz bedrohter Arten wie des Fatu-Hiva-Monarchen einsetzen.

Weitere Informationen zu ihren Projekten in Französisch-Polynesien gibt es unter: www.manu.pf