Ostersonntag in Vaitahu

Den heutigen Sonntag wollten wir noch einmal nutzen, um uns den Ostergottesdienst und das kleine Dorf Vaitahu näher anzusehen.

Nach einer überwiegend schlaflosen Nacht mit Fallböen um 30 kn hatte sich der Wind mit Sonnenaufgang wieder beruhigt.

Um mit dem Dinghy anzulanden, mussten wir wegen der Brandung einen Heckanker setzen, der unser Beiboot während unserer Zeit an Land vom rauen Betonsteg und den Felsen fernhielt.

Vor dem Rathaus stießen wir auf eine Gedenktafel, die auf den ursprünglichen indigenen Namen des Archipels hinweist – Fenua Enata, was so viel bedeutet wie „Land der Menschen“.
Im Jahr 1595, mit der Ankunft von Álvaro de Mendaña de Neira, wurden die Inseln zu Ehren von García Hurtado de Mendoza, Vizekönig von Peru und Marqués de Cañete, in den heute international bekannten Namen „Marquesas-Inseln“ umbenannt.

Als Nächstes suchten wir die Kirche auf. Als katholische Kirche ist sie das imposanteste Gebäude des Dorfes.

Der heutige Bau stammt aus moderner Zeit (1988) und wurde bewusst so gestaltet, dass lokale Holzkunst integriert ist und die marquesanische Identität sichtbar bleibt.

Da heute Ostersonntag war, hatten wir das Glück und konnten einem marquesischen Ostergottesdienst beiwohnen.

Anschließend gingen wir – wie fast alle Kirchgänger – noch schnell zum Supermarkt. Von außen wirkte er recht klein und unscheinbar, hatte jedoch alle Waren des täglichen Bedarfs vorrätig.

Zurück am Beiboot mussten wir zunächst noch ein Hindernis überwinden: Die Heckankerleine hatte sich in den Felsen und Korallen am Grund verfangen, sodass wir das Dinghy nicht einmal zum Steg heranziehen konnten. Also hieß es: T-Shirt aus und abtauchen – was gar nicht so einfach war.
In fünf Metern Wassertiefe, ohne Tauchermaske und quasi im Blindflug zu versuchen, die Leine aus den Korallen zu entwirren. Doch nach dem fünften oder sechsten Tauchgang war sie schließlich wieder frei.

Eigentlich wollten wir die nächsten Tage an den südlichen Ankerplätzen verbringen, die wir auf unserem gestrigen Ausflug bereits erkundet hatten. Die Ankerversuche dort brachen wir jedoch nach einigen Versuchen ab. Inzwischen waren noch mehr Boote angekommen, und der Platz über Sand zum Schwojen war zu klein – zudem für mein Gefühl auch zu nah an den Felsen.

Also kehrten wir zurück in die Baie Hanamoenia. Hier hatten wir mit nur fünf weiteren Segelbooten ein riesiges Platzangebot und lagen dank der geringeren Fallwinde deutlich ruhiger.

Ein Gedanke zu „Ostersonntag in Vaitahu“

  1. toll, welche Einblicke in andere Länder und Kulturen wir durch euch bekommen. Die fröhlichen Klänge an Ostern in der Kirche könnten wir hier auch brauchen. Lb. Grüße IuJ

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