
Nur wenige Meter oberhalb von Atuona, auf einem kleinen, stillen Friedhof mit Blick über die Bucht, liegen zwei Männer begraben, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch genau hier ihre letzte Ruhestätte fanden: Paul Gauguin und Jacques Brel.

Zunächst besuchten wir das kleine Kulturzentrum, in dem das Leben und Wirken der beiden Künstler auf Hiva Oa dokumentiert ist.

Als Gauguin 1901 auf Hiva Oa ankam, hatte er Europa längst den Rücken gekehrt. Er suchte das „Ursprüngliche“, ein Leben fern von Konventionen – und fand auf dieser abgelegenen Insel nicht nur neue Motive, sondern auch seinen letzten Rückzugsort. In Atuona entstand ein Teil seines Spätwerks: kraftvoll, farbintensiv und geprägt von der polynesischen Kultur.
Doch sein Leben hier war nicht nur von künstlerischer Freiheit bestimmt. Er geriet immer wieder in Konflikt mit der Kolonialverwaltung und setzte sich offen für die Rechte der Einheimischen ein. 1903 starb er schließlich krank und erschöpft – aber bis zuletzt unbeirrbar seinen eigenen Weg gehend.

Sein Wohnhaus konnte bei unseren Besuch wegen Renovierungsarbeiten nur von aussen besichtigt werden.

Mehr als siebzig Jahre später kam Jacques Brel hierher – nicht auf der Suche nach Inspiration, sondern nach Ruhe. 1975 zog sich der weltberühmte Chansonnier, schwer gezeichnet von Krankheit, nach Hiva Oa zurück.

Doch wer glaubt, er habe sich hier einfach versteckt, liegt falsch: Mit seinem kleinen Flugzeug – heute restauriert und in einer Halle ausgestellt – wurde er schnell Teil des Insellebens. Er flog Einheimische von Insel zu Insel, transportierte Kranke und half, wo er konnte. Bis zu seinem Tod 1978 blieb er – nicht als Star, sondern als Mensch unter Menschen.
Heute liegen ihre Gräber auf dem Friedhof oberhalb von Atuona nur wenige Schritte voneinander entfernt. Sie machen Hiva Oa zu einem besonderen Ort, an dem Kunst, Geschichte und persönliche Schicksale auf einzigartige Weise zusammenkommen.

Der steile Aufstieg dorthin hatte sich auf jeden Fall gelohnt – nicht nur wegen dieses besonderen Ortes, sondern auch wegen des weiten Blicks über die Bucht und das Dorf, mit dem wir am Ende unserer heutigen Tour belohnt wurden.

Zwei Künstler am Ende der Welt… genau, wie ihr zwei.
wow, wie interessant. Gaugin und J. Brel am gleichen Ort. Spannend. Bin gespannt, was ihr noch entdeckt. Lb Grüße IuJ