Die ersten Tage auf Hiva Oa

Als Kirke endlich sicher in der geschützten Bucht von Tahauku vor Anker lag, fiel die Anspannung der letzten Tage langsam von uns ab. Viel Zeit zum Durchatmen nahmen wir uns allerdings nicht – schon am späten Vormittag machten wir uns auf den Weg nach Atuona.

Einklarieren stand auf dem Programm, und ganz nebenbei wollten wir natürlich auch einen ersten Eindruck von unserer neuen Insel gewinnen.

Der etwa drei Kilometer lange Weg in den kleinen Hauptort Atuona führte uns vorbei an tropischer Vegetation und ersten Einblicken in das ruhige Inselleben. Unser Ziel: die Gendarmerie.

Dort ging dann alles überraschend unkompliziert. Die beiden Polizisten waren freundlich und entspannt, wollten lediglich die Nummer unserer Online-Anmeldung sehen und setzten anschließend den ersehnten Einreisestempel in unsere Pässe.

Keine Bürokratie, kein Stress – nach kaum zwei Minuten standen wir schon wieder draußen. Als EU-Bürger dürfen wir uns nun unbegrenzt in Französisch-Polynesien aufhalten, sind jedoch nach 180 Tagen meldepflichtig. Unser Boot wird jedoch nach zwei Jahren einführsteuerpflichtig.

Zurück am Boot holte uns die Realität jedoch schnell wieder ein. Was wir bereits auf Fotos von Offbeat erahnt hatten, zeigte sich nun deutlich: Unser Rumpf war über und über mit Algen bewachsen, stellenweise bis hinauf zur Scheuerleiste. Am Wasserpass hatten sich zusätzlich Muscheln festgesetzt.
Also hieß es: Ärmel hochkrempeln. Zwei Tage lang schrubbten und kratzten wir, bis sich der ursprüngliche Zustand langsam wieder zeigte.

Das Unterwasserschiff sowie die Logge heben wir uns allerdings für einen späteren Zeitpunkt auf – idealerweise an einem Ankerplatz mit klarem Wasser und besseren Bedingungen zum Tauchen.

Immerhin gab es auch Fortschritte bei der Technik: Unser neues Entlüftungsgebläse für den Motorraum war inzwischen per Flugzeug aus Nuku Hiva eingetroffen. Mit einem passenden Stück Lüftungsschlauch, das ich glücklicherweise noch an Bord hatte, ließ sich das neue Teil schnell in das bestehende System einbauen – eine kleine, aber wichtige Reperatur.

Bezüglich unserer Druckwasserversorgung wurden wir beim lokalen Chandler fündig. Eine neue Druckwasserpumpe mit 25 PSI löste endlich das Rätsel um die zickige alte Anlage – nach dem Einbau lief alles sofort zuverlässig.

Am Ende dieser ersten Tage steht fest: Kirke ist wieder bereit. Und alles, was noch ansteht, erledigen wir einfach unterwegs – Schritt für Schritt, Insel für Insel.

Ein Gedanke zu „Die ersten Tage auf Hiva Oa“

  1. Gratulation 👏👏👏ihr seid gut angekommen 🙏.
    Alles Gute weiterhin SY Cina

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