31. Seetag nach Franz. Polynesien – Landfall auf Hiva Oa

Nautische Daten
Dest: Franz. Polynesien – Marquesas – Hiva Oa
POS: 9° 48,2′ S 139° 01,8′ W
TOA: 23.03.2026 – 06:30 GMT -9:30
LOG: 3336 sm

Die Lage

Es ist ein Moment, den man nicht planen kann – nur erleben.

Irgendwann schaut man wieder zum Horizont, und plötzlich ist es anders: Dort, wo gestern noch nichts war, erhebt sich Land aus dem Meer. Zuerst nur eine dunkle Silhouette, dann Konturen, dann Berge. Mit jeder Minute wurde es klarer: Die Marquesas lagen vor uns.

Nach 31 Tagen auf See hatten wir unser Ziel erreicht.

Bordalltag

Die letzten Meilen waren geprägt von Aufräumen und den Vorbereitungen für die Ankunft. Unnötige Leinen wurden verstaut, und der Motor für das Ankermanöver noch einmal überprüft.

Immer wieder ging der Blick nach vorne, wo das Land am Nachmittag im Dunst des Gegenlichts erschien und mit jeder Meile größer wurde, bevor es schließlich mit Einbruch der Nacht wieder in der Dunkelheit verschwand.

Das Ereignis des Tages

So segelten wir in der Dunkelheit – noch ohne Details der Insel erkennen zu können – fast 20 Seemeilen an Hiva Oa entlang bis zur Stadt Atuona, dem Port of Entry der Marquesas.

Gegen 02:00 Uhr standen wir vor der Einfahrt zum Ankerplatz. Nach wenigen Metern vorsichtigen Herantastens entschieden wir jedoch, den Versuch abzubrechen. Die Nacht war absolut dunkel – kein Mondlicht, und die hohen Berge lagen in Wolken, die selbst das letzte Restlicht der Sterne verschluckten.

Wir drehten wieder ab, liefen hinaus in offenes Wasser und ließen uns bis zum Morgengrauen treiben.

Ankunft

Mit dem Sonnenaufgang um 05:36 Uhr Ortszeit liefen wir schließlich in die Ankerbucht von Atuona, die Baie Tahauku, ein – und fanden im Gewimmel der bereits ankernden Segelboote sogar noch einen Platz.

Der von hohen Bergen umgebene Ankerplatz verwandelte sich mit steigender Sonne langsam von grauen Konturen in sattes Grün.

Mit dem Fallen des Ankers um 06:30 Uhr endete unsere bisher längste Passage: rund 3.350 Seemeilen von den Galápagos-Inseln über den Südpazifik zu den Marquesas.

Nach viereinhalb Wochen auf See lag das Boot nun ruhig im Wasser – kein Rollen mehr, kein Knarzen, kein ständiges Rauschen der Wellen. Eine ungewohnte, fast stille Welt.

Ausblick

Nun beginnt ein neuer Abschnitt der Reise: das Erkunden der polynesischen Inselwelt und das Kennenlernen ihrer Kultur.

Doch heute steht nach dem Ankommen erst einmal etwas anderes im Vordergrund: Einklarieren, ein erster Überblick – und dann durchatmen. Diesen Moment genießen, in einer für uns neuen Welt angekommen zu sein.

Und vor allem: endlich wieder ausschlafen.

4 Gedanken zu „31. Seetag nach Franz. Polynesien – Landfall auf Hiva Oa“

  1. Wow, hey herzlichen Glückwunsch. Das habt Ihr toll gemacht. Nach sovielen Tagen Strapazen, Hochs und Tiefs….Ihr habt durchgehalten…Tschagga… Genießt jetzt euern festen Boden unter den Füßen. Viel Spaß

  2. Super!! Das war eine aufregende Reise. Danke fürs mitnehmen und dabei sein zu dürfen. Freue mich schon auf weitere Berichte. Wünsche euch eine wunderschöne Zeit dort!! Liebe Grüssle Karin

  3. Heureka! Ihr habt es geschafft, Respekt. Gute Erholung, viele interessante Erfahrungen. Bin gespannt auf die „neue Welt“. Lb Grüße IuJ

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