
Nautische Daten (Do. 19.3.26 12:00 GMT-9)
POS: 9° 38,2′ S 133° 29,0′ W
LOG: 2960 sm
ETMAL: 82 sm
Dest: Franz. Polynesien – Marquesas
DTG: 328 sm
ETA: 23.03.2026 (+4 Tage)
Wassertemperatur: 29,6 °C
Lufttemperatur: 28,7 °C
Luftfeuchtigkeit: 73 %
Die Lage
Die Windgeschwindigkeit hatte tatsächlich leicht zugenommen, und die Marke von 400 Seemeilen Reststrecke ist endlich gefallen. Wir kommen zwar nur langsam voran, aber aus 12 Knoten Wind lassen sich vor dem Wind eben kaum mehr als 4 Knoten Fahrt herausholen.

Am Nachmittag segelten wir auf Steuerbordbug mit ausgebaumter Genua. Für die Nacht wechselten wir – passend zu den leicht nördlicher vorhergesagten Winden – den Baum auf die Backbordseite. So konnten wir weiterhin sehr tief vor dem Wind in den Abend hineinsegeln.
Das Ereignis des Tages
Kurz vor Sonnenuntergang flaute der Wind erneut ab, und die Genua begann trotz Baum leicht zu schlagen. Doch plötzlich – in einer etwas größeren Welle – ein lauter Knall. Sofort war klar: Da ist etwas gebrochen.

Der Schaden war bereits vom Cockpit aus sichtbar: Der Baum baumelte lose in der Luft. Die Führungs- und Befestigungsschiene des Spinnakerbaums am Mast war herausgerissen.

Ein kurzes Aluminiumprofil, das lediglich mit vier Popnieten befestigt war – im Nachhinein wohl etwas unterdimensioniert.

Nach dem Rückbau und der Sicherung des beschädigten Teils segeln wir nun wieder klassisch mit der Genua vor dem Wind. Zum Glück ist nichts Größeres passiert – die Schiene lässt sich richten und neu befestigen.
Der nächste Schreck folgte bei Einbruch der Dunkelheit: Die Druckwasserpumpe machte plötzlich Geräusche, als wäre der Tank leer. Das konnte eigentlich nicht sein – erst vor drei Tagen hatten wir ihn gefüllt, und die Anzeige zeigte noch rund 40 Liter.

Nach dem Umschalten auf einen anderen Tank blieb das Problem bestehen. Erst nach dem Wechsel auf die Ersatzpumpe kam wieder Wasser – allerdings mit zu hohem Druck, sodass das Überdruckventil des Boilers öffnete.

Also wieder alles zurückgebaut – und siehe da: Die ursprüngliche Pumpe funktionierte plötzlich wieder einwandfrei.
Der ganze Aufwand … nur wegen eines leeren Tanks.
Bordalltag
Die Nachtwachen in der Neumondnacht verliefen ruhig. Bei mir war überhaupt nichts los, während Rita einen Fischer direkt auf unserer Kurslinie beobachtete. Er ließ uns bis auf etwa drei Seemeilen herankommen, bevor er mit 9 Knoten davonzog.

Kurz darauf tauchte ein zweites AIS-Signal auf: In rund 10 Seemeilen Entfernung, ebenfalls auf unserer Kurslinie, setzte er offenbar eine Markierungsboje aus – vermutlich für Netze oder Langleinen – und lief anschließend mit 10 Knoten nach Norden ab, bis sein Signal verschwand.

Die Boje selbst passierten wir später bei Tageslicht in etwa einem Kilometer Abstand.
Ansonsten bestand der Bordalltag aus Wasserproduktion, um die Tanks wieder zu füllen, sowie dem Lenzen und gleichzeitigen Reinigen der Bilge – diesmal mit bestem Trinkwasser.
Ausblick
Bis morgen bleiben wir voraussichtlich auf Backbordbug, um den leichten Nordanteil im Wind auszunutzen. Für die verbleibende Strecke ist dann wieder der klassische Südostpassat angesagt.

Das Land muss jedoch langsam näher rücken: Die Zahl der Seevögel nimmt zu, und heute Morgen hatten wir bereits wieder einen blinden Passagier an Bord – allerdings einen sehr schreckhaften, der bei der kleinsten Annäherung sofort das Weite suchte.
Westwärts. Meile für Meile.
langweilig ist so eine reise wirklich nicht. gutes weiterkommen ohne störungen wünschen wir 🥰
Ganz schön was geboten auf eurer Reise! Den Rest kriegt ihr auch noch hin! *Wir schaffen das* Echt spannend euch zu folgen. Dankeschön 🌞 👍🌞👍🌞Liebe Grüße Karin