
Nautische Daten (Mo 9.3.26 12:00 GMT-7)
POS: 9° 49,2′ S 115° 08,0′ W
LOG: 1849 sm
ETMAL: 128 sm
Dest: Franz. Polynesien – Marquesas
DTG: 1381 sm
ETA: 23.03.2026 (+14 Tage)
Wassertemperatur: 27,6 °C
Lufttemperatur: 27,3 °C
Luftfeuchtigkeit: 77 %
Die Lage

Der Morgen beginnt erneut in grau in grau. Anders als in den vergangenen Tagen bleibt es jedoch trocken – keine Squalls, kein Regen, nur eine geschlossene Wolkendecke.
In der Nacht wehte der Wind konstant mit 19 Knoten und ließ bis zum Morgengrauen auf etwa 15 Knoten nach. Gleichzeitig beruhigte sich auch die See etwas. Das Rollen wurde sanfter, das Schiff bewegt sich wieder gleichmäßiger durch die Wellen.

Die Windrichtung liegt weiterhin um 120 Grad. Damit wird es zunehmend schwieriger, den direkten Zielkurs zu halten. Doch gemessen an den letzten Tagen ist das Jammern auf hohem Niveau.
Das Ereignis des Tages
Kurz nach Beginn des 17. Seetages passierten wir einen kleinen, aber bedeutenden Punkt auf der Karte: die Halbwegmarke.

Von hier aus sind es auf direktem Weg „nur“ noch 1506 Seemeilen bis Hiva Oa.

Passend dazu zeigte sich auch kurz die Sonne. Grund genug für ein kleines Bergfest an Bord – mit zwei Rum-Punches im Cockpit.
Gefühlt vergeht ab diesem Moment die zweite Hälfte einer Passage immer schneller als die erste.
Bordalltag
Der Alltag auf See besteht weiterhin aus kleinen, aber notwendigen Routinen.

Ein Tölpel hatte in der Nacht versucht, sich wieder bei uns einzurichten. Leider entdeckte ich ihn zu spät – die Spuren seiner Anwesenheit waren bereits deutlich an Deck zu sehen. Inzwischen kennt er mich jedoch und flüchtet meist schon bei der geringsten Annäherung.
Dazu kam eine rekordverdächtige Ausbeute an fliegenden Fischen: Insgesamt 35 Stück lagen heute Morgen an Deck und mussten entsorgt werden. So viele hatten wir noch nie nach einer einzigen Nacht.
Die anschließende Bilgenkontrolle brachte eine gute Nachricht: Die Reparatur im Vorschiff war erfolgreich – dort ist alles trocken.
Achtern sammelt sich weiterhin eine kleine Menge Wasser vom Ruderlager in der Motorbilge. Das kennen wir allerdings bereits seit wir Kirke haben; viele Hallberg-Rassys aus dieser Bauzeit zeigen dort ähnliche Spuren.
Ausblick
Mit der Halbzeit im Rücken blicken wir zuversichtlich auf die zweite Hälfte der Strecke.

Die Bedingungen sind stabil, und es sieht so aus, als würde sich das Wetter langsam weiter beruhigen. Auch die aktuellen Wetterberichte zeigen bislang keine größeren Veränderungen.

Auch das Satellitenbild hat von hinten keine Squalls mehr zu bieten. Wenn es so weitergeht, kommen wir unserem Ziel nun Tag für Tag spürbar näher.
Westwärts. Meile für Meile.