14. Seetag nach Franz. Polynesien – Ausgebaumt Richtung Marquesas

Nautische Daten (Fr. 6.3.26 12:00 GMT-7)
POS: 9° 29,0′ S 109° 35,5′ W
LOG: 1486 sm
ETMAL: 118 sm
Dest: Franz. Polynesien – Marquesas
DTG: 1741 sm
ETA: –.–.—- –:–

Wassertemperatur: 27,6 °C
Lufttemperatur: 27,4 °C
Luftfeuchtigkeit: 80 %

Die Lage

Völlig unverändert ziehen die Tage nun im Passatwindgürtel dahin. Die Bewölkung wechselt innerhalb weniger Stunden von wolkenlosem Himmel zu einer komplett geschlossenen Decke aus hohen Wolken.

Der Wind weht inzwischen recht konstant aus etwa 125 Grad. Seine Stärke variiert zwischen 12 und 18 Knoten, in Böen selten über 21 Knoten. So schaukeln wir mit rund 5 Knoten Fahrt stetig unserem Ziel entgegen.Einzig der Seegang ist etwas nervig: Mehrere Wellensysteme überlagern sich mit der südöstlichen Windwelle und lassen uns zeitweise wie ein Gummientchen tanzen.

Das Ereignis des Tages

Da der Wind am Nachmittag häufig um die 15 Knoten lag – also knapp an der Obergrenze für unseren Spinnaker – entschieden wir uns für eine andere Lösung: die Genua, ausgebaumt mit dem Spinnakerbaum.

Es waren gut zwei Stunden Arbeit auf dem wackligen Vorschiff, bis alle Leinen zur Befestigung und Einstellung des Spinnakerbaums korrekt gesetzt waren.

Der Aufwand hat sich jedoch gelohnt. Wir können nun deutlich tiefer vor dem Wind segeln und ersparen uns damit das ständige Halsen, das uns bisher dem Ziel kaum nähergebracht hatte.Auch das Reffen des Segels, etwa für die Nacht oder bei zunehmendem Wind, bleibt mit diesem Aufbau problemlos möglich.

Bordalltag

Die normale Bordroutine begann heute mit der Kotbeseitigung auf den Solarzellen – ein Nachlass des gestrigen Tölpelbesuchs.

Es waren übrigens zwei Vögel, die versucht hatten, bei uns mitzufahren. Beide gaben den Versuch allerdings schnell wieder auf, nachdem sie jeweils Bekanntschaft mit unserem Windgenerator gemacht hatten. Vermutlich nur ein Streifschuss – denn beide konnten anschließend noch fliegend das Weite suchen.

Außerdem musste ich heute zehn Fischleichen über Bord werfen. Trotz des hellen Mondlichts in der Nacht verirren sich immer wieder fliegende Fische an Deck.

Und auch unser Sauerteigstarter „Viktor“ war heute wieder dran. Wir haben ihn diesmal einen Tag früher gefüttert, um die Hefevermehrung gegenüber der Milchsäurebildung etwas zu begünstigen – und gleich ein neues Brot angesetzt.

Ausblick

Nach Westen, immer der Sonne hinterher

Durch die nun recht konstanten Bedingungen wagen wir heute eine erste vorsichtige Prognose:
Noch etwa 18 Tage bis zur Ankunft auf den Marquesas-Inseln.


Westwärts. Meile für Meile.