11. Seetag – Südlich der Wolkenwand

Nautische Daten (3.3.26 12:00 GMT-6)
POS: 9° 28,6′ S 104° 11,5′ W
LOG: 1132 sm
ETMAL: 138 sm
Dest: Franz. Polynesien – Marquesas
DTG: 2061 sm
ETA: –.–.—- –:–

Wassertemperatur: 27,5 °C
Lufttemperatur: 27,9 °C
Luftfeuchtigkeit: 77 %

Die Lage

Wie auf dem Satellitenbild zu erkennen ist, haben wir uns langsam aber sicher auf die Südseite des Schlechtwettergebiets vorgearbeitet und kommen nun wieder gut voran.

Der Regen hat – bis auf einzelne Schauer – aufgehört. Ganz durch sind wir zwar noch nicht, doch die Stimmung an Bord ist deutlich besser. Die riesige Wolkenformation, die uns tagelang begleitete, wirkt zwar immer noch bedrohlich, hat uns aber glücklicherweise nördlich überholt.

Die helle Vollmondnacht verlief – abgesehen von etwas Nieselregen – trocken. Durch die dünne, hohe Bewölkung war es milchig hell, fast surreal. Fotografieren war problemlos möglich.

Da der Mond erst mit Sonnenaufgang untergehen sollte, rechneten wir mit einer durchgehend hellen Nacht.

Das Ereignis des Tages

Doch gegen 4:30 Uhr wurde es plötzlich dunkler. Und dunkler.

Zuerst vermuteten wir aufziehende Wolken – doch der Himmel blieb klar. Bis 5:30 Uhr war der Mond vollständig verschwunden.

Nach kurzer Recherche die Erklärung:
Wir erlebten eine totale Mondfinsternis.

Kurz darauf setzte bereits die Morgendämmerung ein, ohne dass der Mond sich noch einmal zeigte – ein stiller, eindrucksvoller Abschied.

Bordalltag

Nach etwa einer Woche Windfahnenbetrieb hatte sich – wie zu erwarten – eine der Steuerleinen an einer Umlenkung aufgescheuert.

Also zurück zum elektrischen Autopiloten. Die beschädigte Stelle wurde gekürzt und mit einem neuen Stück Leine sauber verlängert. Ein überschaubarer Eingriff – dennoch dauerte es rund eine Stunde, bis die Windfahne wieder einsatzbereit war.

Technik an Bord verlangt Aufmerksamkeit. Täglich.

Ausblick

Um den hoffentlich letzten großen Wolkenformationen sicher auszuweichen, halten wir weiterhin einen leichten Südanteil im Kurs.

In ein bis zwei Tagen können wir – sofern Wind und Welle es zulassen – wieder direkt auf unser Ziel zusegeln.


Westwärts. Meile für Meile.

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