
Nautische Daten (25.2.26 12:00 GMT-6)
POS: 4° 57,1′ S 093° 52,2′ W
LOG: 414 sm
ETMAL: 67 sm
Dest: Franz. Polynesien – Marquesas
DTG: 2708 sm
ETA: –.–.—- –:–
Wassertemperatur: 29,7 °C
Lufttemperatur: 32,3 °C
Luftfeuchtigkeit: 62 %
Die Lage

Der Reisefortschritt blieb mühsam. Zwar konnten wir zeitweise im Schneckentempo segeln, doch nicht immer in die gewünschte Richtung.

Besonders beschäftigten uns wiederholt Linien von Squalls. Segelnd wollten wir dort gar nicht erst hindurch – was uns allerdings einige zusätzliche Motorstunden einbrachte.
Das Ereignis des Tages

Wie versprochen hatte Rita zur Stärkung einen Hefekuchen aus unserem Sauerteigansatz in der Brotbackmaschine gebacken.
Er schmeckte wie ein Hefezopf – nur ohne Zopf. Sehr lecker.
Bordalltag

Bis heute Morgen bestand unsere Hauptbeschäftigung darin, die Squalls so anzusteuern, dass wir sie zu unserem Vorteil nutzen konnten.

Ein Squall ist im Grunde ein eigenes kleines Wettersystem, das dem umgebenden großflächigen Leichtwind seinen Stempel aufdrückt und Windrichtung sowie -stärke im Umkreis von bis zu fünf Seemeilen beeinflusst. Auf der einen Seite saugt er Luft an, um sie auf der gegenüberliegenden Seite wieder auszustoßen, und dazwischen regnet es wie aus Kübeln.

Treten mehrere Squalls in einer Linie auf, kann man oft parallel zu dieser Linie segeln. Ein Abstand von ein bis zwei Seemeilen ist dabei ideal, da man so ohne größere Kursänderungen von einem Windfeld ins nächste „weitergereicht“ wird.

Gerät man jedoch direkt hinein, wird es nass – und ungemütlich. Squalls können scheinbar aus dem Nichts entstehen und ebenso schnell wieder verschwinden.
Ausblick

Am Morgen fiel der Wind schließlich auf zwei bis drei Knoten. Wir standen vor der Entscheidung: warten oder motoren – und wenn ja, wohin? Das Warten schied schnell aus. Mit 0,7 Knoten trieben wir rückwärts und jede verlorene Meile schmerzt.

Also riefen wir die Wetterdaten ab. Zunächst wollte ich es nicht glauben, prüfte neben den ECMWF-Daten auch noch das GFS-Modell. Doch beide waren sich einig: An unserer Position ist in den nächsten fünf Tagen kaum Wind zu erwarten. Zudem würde sich das windlose Gebiet weiter ausdehnen – und sich mit uns verlagern.

Der einzige Ausweg scheint zu sein, sofort unter Motor weiter südsüdwestlich zu laufen, um ein abziehendes Windfeld morgen früh in etwa 50 Seemeilen Entfernung noch zu erreichen.

Langfristig versprechen die Modelle erst südlich von 8° 30′ S eine stabilere Windzone. Bis dorthin sind es jedoch noch über 200 Seemeilen – und dann wird der Dieselvorrat kritisch.
Westwärts. Meile für Meile.