
Nautische Daten (24.2.26 12:00 GMT-6)
POS: 3° 19,2′ S 093° 17,9′ W
LOG: 347 sm
ETMAL: 80 sm
Dest: Franz. Polynesien – Marquesas
DTG: 2750 sm
ETA: –.–.—- –:–
Wassertemperatur: 29,2 °C
Lufttemperatur: 30,8 °C
Luftfeuchtigkeit: 71 %
Die Lage

Nachdem sich der Wind schneller beruhigt hatte als die See, versuchten wir zunächst noch, kreuzend weiter nach Süden zu kommen. Das gelang jedoch nicht, ohne dabei deutlich nach Osten versetzt zu werden.

Für heute war unsere Geduld allerdings am Ende – also starteten wir erneut den Motor. Das wäre ohnehin nötig geworden, denn bereits am Nachmittag setzte wieder Flaute ein. Auch die Wettermodelle versprachen für die kommenden zwei Tage keine nennenswerte Änderung.
Das Ereignis des Tages
Kurz nach Sonnenuntergang hörte ich ein bislang unbekanntes Geräusch aus dem Motorraum. Schnell war klar: Die Motorraumventilation hatte ihren Dienst quittiert.

Der Lüfter sorgt normalerweise dafür, dass rund drei Kubikmeter warme Luft pro Minute aus dem Motorraum nach außen befördert werden und so für Frischluftzufuhr sorgen.

Bei der ersten Schadensanalyse zeigte sich das Problem deutlich: Das Radialschaufelrad aus Kunststoff war vollständig zerbröselt.
Bis zur Ankunft in Französisch-Polynesien muss der Motor nun immer mit geöffneten Motorraumtüren laufen. Das ist deutlich lauter – aber technisch und thermisch beherrschbar.
Bordalltag
Alle fünf Tage wird unser Sauerteig Victor „gefüttert“ – heute war es wieder so weit. Ohne diese Routine gäbe es kein frisches Brot an Bord.

Wir nehmen 50 Gramm vom bestehenden Ansatz und geben jeweils 100 Milliliter Wasser und 100 Gramm Weizenmehl hinzu. Umrühren – fertig ist der neue Starter.

Nach etwa einer Stunde Ruhezeit kommt er in den Kühlschrank, um die Hefevermehrung für die nächsten fünf Tage zu verlangsamen. Aus dem übrigen Sauerteig wird Rita morgen einen Kuchen backen.
Ausblick

Noch mindestens ein weiterer Tag liegt vor uns, bevor wir südlich von 5° 30′ S auf den Südostpassat treffen sollten. Allerdings dürfen sich die Wettermodelle gerne erneut irren – entgegen der gestrigen Vorhersage konnten wir gestern ab 22:00 Uhr immerhin segeln.

Nicht schnell, aber stetig – bis heute Mittag um 12:00 Uhr ein größerer Squall das gesamte Leichtwindfeld im Umkreis von etwa zehn Seemeilen durcheinanderbrachte und uns schließlich in eine halbstündige Flaute schickte
Westwärts. Meile für Meile.