
Nautische Daten (23.2.26 12:00 GMT-6)
POS: 3° 34,7′ S 092° 14,3′ W
LOG: 267 sm
ETMAL: 100 sm
Dest: Franz. Polynesien – Marquesas
DTG: 2825 sm
ETA: –.–.—- –:–
Wassertemperatur: 29,3 °C
Lufttemperatur: 30,6 °C
Luftfeuchtigkeit: 70 %
Die Lage

Ab 14:00 Uhr stellte sich leichter Wind ein, den wir sofort nutzten und den Motor gegen den Antrieb durch die Segel tauschten. Die ruhige See erlaubte es uns, aus fünf bis sechs Knoten Wind immerhin drei Knoten Fahrt durchs Wasser zu machen. Der Nachmittag entwickelte sich zu einem echten Leichtwind-Segelgenuss.

Wir hatten Muße, die Wolkenformationen des Sonnenuntergangs zu beobachten. Hoch oben waren die Wolken bereits deutlich verblasen – ein Vorgeschmack auf das, was wir wenig später selbst zu spüren bekamen.

In der Nacht frischte der Wind kräftig auf, und dunkle Wolken verhüllten den fast mondlosen Sternenhimmel.
Das Ereignis des Tages
Im Süden konnten wir mehrere Gewitterzellen beobachten, die sich immer wieder entluden. Da wir nicht hineingeraten wollten, hielten wir einen südwestlichen Kurs und versuchten, zwischen den Squall-Linien hindurchzusegeln.

Einer dieser Squalls wird uns besonders in Erinnerung bleiben. Bei der Annäherung drehte der Wind plötzlich auf 17 Knoten auf. Um unseren Kurs zwischen den Downbursts zu halten, mussten wir maximal hart am Wind segeln. Gut, dass wir bereits zuvor gerefft hatten.
Doch dieses Mal kamen wir nur bis unter die Wolkenkante – nicht daran vorbei. Der Squall war plötzlich genauso schnell wie wir. Dazu Regen und mehrere heftige Winddreher. Es war stockdunkel, Orientierung gab es praktisch nur über den Kartenplotter.

Schließlich entschieden wir uns für einen Kreuzschlag, um wieder herauszusegeln und diese Linie aus Wind- und Regenmonstern bei einsetzendem Tageslicht großräumig zu umfahren.
Bordalltag

Die See wurde zunehmend konfuser: Strömung und Wellen aus unterschiedlichen Richtungen sorgten für unruhige Bedingungen. AlleTätigkeiten des normalen Bordalltags traten weitgehend in den Hintergrund. Nach der Passage der Squall-Linien hatten wir nur noch einen Wunsch: möglichst schnell in stabileres Wetter zu gelangen, das wir im Süden zumindest erahnen konnten.
Ausblick

Der Südostpassat lässt weiter auf sich warten. Wir werden uns wohl noch einen weiteren Tag südwärts vorarbeiten müssen, bevor wir auf konstantere Bedingungen hoffen dürfen
Westwärts. Meile für Meile.