
Auf San Cristóbal gibt es nur eine Straße. Sie ist etwa 30 Kilometer lang und führt über das Hochland bis zur Südostküste. Um die Sehenswürdigkeiten entlang dieser Strecke zu besuchen, engagierten wir ein Taxi, dessen Fahrer geduldig an den jeweiligen Stopps auf uns wartete.

El Junco ist ein erloschener Vulkan auf San Cristóbal, in dessen Krater sich der einzige Süßwassersee des gesamten Galápagos-Archipels gebildet hat.

Um dorthin zu gelangen, mussten wir zunächst etwa eine halbe Stunde vom Parkplatz bis zum Kraterrand hinaufsteigen. Auf über 500 Metern Höhe war die Luft angenehm kühl, und auf dem gut angelegten Weg gewannen wir rasch an Höhe.

Da wir früh am Morgen unterwegs waren, konnten wir die Landschaft noch nahezu menschenleer und bei nur leichter Bewölkung genießen. Ab dem Mittag ist es hier meist regnerisch oder zumindest vollständig in Wolken gehüllt.

Eine Besonderheit sind die zahlreichen Fregattvögel – eigentlich typische Seevögel. In den Aufwinden am Kraterrand scheinen sie nahezu bewegungslos in der Luft zu stehen.

Auf dem schmalen Abstiegspfad zum See passierten wir mannshohe Vegetation, einen buschartigen Miconia-Wald, der diese Höhenlage prägt.
Außer dem Ruf der Fregattvögel und dem Zirpen einiger Grillen herrschte hier oben am Kratersee absolute Ruhe.

Zum Abschluss machten wir uns noch auf den etwa einen Kilometer langen Rundweg entlang des Kraterrandes. Der bestens ausgeschilderte und gut ausgebaute Pfad führte durch üppige Vegetation und war leicht zu begehen.

Neben beeindruckenden Tiefblicken bis zum Meer und heranziehenden Wolken bot der See aus verschiedenen Perspektiven wunderschöne Spiegelungen.

Nach der Umrundung war es mit der Ruhe allerdings vorbei. Inzwischen hatten sich wohl rund hundert weitere Besucher eingefunden, und mindestens ebenso viele kamen uns beim Abstieg entgegen. Der Parkplatz war nun voller Taxis und sogar Reisebusse. Also nichts wie weiter zur nächsten Station, bevor wir im Strom der Besucher untergehen würden.

Da die wegen ihrer Größe berühmten Galápagos-Riesenschildkröten auf San Cristóbal nur im schwer zugänglichen Norden vorkommen, besuchten wir die Aufzuchtstation „David Rodríguez“.
Das umzäunte Gelände der Farm ist weitläufig, und die großen Schildkröten bewegen sich dort frei. Nur die Jungtiere werden in speziellen Gehegen vor Fressfeinden geschützt.
Erstaunlich, wie agil diese Tiere trotz ihres Gewichts sind – selbst größere Steine überwinden sie mit erstaunlicher Leichtigkeit.

Die letzte Station unseres Ausflugs war Puerto Chino. Vom Parkplatz aus sind es nur etwa 500 Meter zu Fuß bis zu diesem feinsandigen, weißen Strand, der bei vielen Besuchern für einen Badestopp beliebt ist.

Inzwischen stand die Sonne jedoch hoch am Himmel, und da der Strand nahezu schattenlos ist, verzichteten wir auf ein Bad mit den Seelöwen.

Stattdessen unternahmen wir eine kurze Wanderung über die angrenzenden Klippen. Hier kann man mit etwas Glück Blaufußtölpel beobachten. An diesem Tag waren sie offenbar auf Futtersuche – vielleicht sogar bei uns im Hafen, wo wir sie bereits gesehen hatten.

Gegen Mittag wurde die Hitze zunehmend drückend, sodass wir ohne langes Zögern den Rückweg zum klimatisierten Taxi antraten. Übrigens der Taxiservice ist hier mit Internet über eine Starlinkantenne auf dem Autodach.

Offenbar hatten wir alles richtig gemacht: Früh gestartet, bei bestem Wetter unterwegs, während die meisten Touristen noch beim Frühstück saßen. Auf dem Rückweg holte uns bereits der obligatorische Nachmittagsregen ein.
Zudem hatten wir die meisten Tiere, für die Galápagos berühmt ist, in freier Wildbahn erleben dürfen. Unsere Weiterreise kann also bald beginnen.
für diese tollen Eindrücke hat sich euer Aufenthalt doch gelohnt. Wie schön. dass wir teilhaben können 😍