
Nach neun Tagen auf Galápagos sehen wir nun endlich Licht am Ende des Notstopp-Tunnels. Die Reparaturarbeiten zogen sich länger hin als erwartet – vor allem wegen des anhaltend regnerischen Wetters in der vergangenen Woche. Deshalb hier eine Zusammenfassung der Ereignisse.
Als wir bereits rund 300 Seemeilen westlich der Galápagos-Inseln waren, bemerkten wir Wassereintritt im vorderen Bootsbereich. Schließlich konnten wir die Ursache ganz vorne an der Schottwand zum Ankerkasten lokalisieren.

Als Sofortmaßnahme sorgten wir durch gezieltes Umräumen dafür, dass der Bug entlastet wurde. Zusätzlich dichteten wir den Ankerkasten von außen ab, damit er kein weiteres Seewasser mehr aufnehmen konnte. Dazu trieb ich schwimmend einen Holzpfropfen in das Drainageloch. Der Wassereintritt ins Vorschiff verringerte sich daraufhin sofort deutlich.
Damit war die Entscheidung gefallen: Trotz Flaute erschienen uns 300 Seemeilen zurück zu den Galápagos mit realistischer Reparaturchance deutlich sinnvoller als 2.600 Seemeilen in Richtung Marquesas – mit einem Schaden, dessen Ausmaß wir nicht kannten. Für den Notstopp mussten wir San Cristóbal anlaufen – die östlichste Insel des Archipels. Aus den geplanten 300 Seemeilen wurden schließlich 400, und erste Bedenken kamen auf, ob unsere Dieselvorräte ausreichen würden. Doch die Strömung hatte ein Einsehen mit uns und unterstützte uns am vierten Tag spürbar.

Kurz nach unserer Ankunft inspizierte der Hafenkapitän das Schadensbild und gewährte uns eine Reparaturzeit von zehn Tagen. Bereits am nächsten Tag kam Omar von der örtlichen Segelschule an Bord und sagte zu, die Glasfaserarbeiten im Ankerkasten zu übernehmen.
Eigentlich hätte alles schnell gehen können – wenn das Wetter mitgespielt hätte. Bis zu unserer Ankunft hatte es nicht geregnet, doch plötzlich schien man die regenfreien Stunden zählen zu können. Die beginnende Regenzeit auf Galápagos zeigte sich von ihrer nassen Seite. An einen zügigen Reparaturbeginn war kaum zu denken. Stattdessen schöpften wir täglich den Ankerkasten leer, denn trotz Plane fand das Regenwasser stets seinen Weg hinein. Da das Entwässerungsloch mit dem Holzpfropfen verschlossen war, sammelte sich das Wasser im Kasten.
Um den beschädigten Bereich mit mehreren Lagen Harz und Glasfasermatten zu verstärken und abzudichten, musste zunächst das alte Laminat angeschliffen werden. Doch auch hier wartete bereits das nächste Hindernis auf uns: Da unser Boot nur über 220 Volt verfügt, musste zunächst ein 110-Volt-Generator organisiert werden.

Am Montagnachmittag ging es endlich los. Unter schwierigen Bedingungen wurde geschliffen und vorbereitet – bis am Abend erneut dunkle Wolken aufzogen. Zu allem Überfluss gab auch noch die Schleifmaschine den Geist auf. Am Dienstag wurde die Arbeit wegen unsicherer Wetterlage mehrfach verschoben und schließlich erst am Mittwoch fortgesetzt.

Vormittags wurde weiter geschliffen, am Nachmittag begann der Aufbau.

Der Boden im Bereich der Risse wurde mit sechs Lagen Glasfasermatten und Harz verstärkt – Schicht für Schicht, jeweils mit etwa 30 Minuten Wartezeit dazwischen.

Die Seitenwände erhielten zwei zusätzliche Lagen, bevor abschließend alles mit Gelcoat versiegelt wurde.

Der Donnerstag bestand erneut aus Warten. Es gelang mir nicht, den Holzpfropfen aus dem Drainageloch zu entfernen – ich war schlicht zu groß und zu ungelenkig, um an die Stelle zu gelangen. Also musste Omar nochmal kommen. Erst kurz vor Sonnenuntergang, als wir kaum noch damit rechneten, kam er vorbei und schaffte es nach kurzer Zeit, den Pfropfen zu lösen und das Entwässerungsloch wieder freizulegen.

Am Freitag konnte ich schließlich den Ankerkasten wieder einräumen und seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben. Auch das Wetter schien sich plötzlich gewandelt zu haben – vom Regen keine Spur mehr.

Wassereinbruch!
Einer der Alpträume eines Seglers!
Toll reagiert, toll entschieden, bestens gelöst!
Gratuliere!
Und so seid´s doch noch auf die Galapagos gekommen …
gebt es zu! DAS war der Plan!
*lolkicherlach*
Na da habt Ihr ganz schön Action gehabt. Aber sicher besser, als noch 1.000 Meilen weiter gefahren und dann volllaufen. Gute Entscheidung. Gute Fahrt, wenn es dann weitergeht. Grüße Steffi
Hallo zusammen,
Es freut mich riesig, dass ihr alles reparieren (lassen) konntet unter Wahnsinnsbedingungen.
Wie lange braucht ihr denn nun bis zum nächsten geplanten Stop?
Viele Grüße
Joe
puh, das war aber aufregend. Wie geht’s jetzt weiter? Hoffentlich ohne Probleme und vor allem mit besserem Wetter. Alles Gute und viel Glück. IuJ
Stimmt, und durch das vielen Warten auch ganz schön nervig. Heute nachmittag werden wir mit unserem Agenten versuchen zu klären, wie viele Tage er bei den Behörden noch für uns herausholen kann. Denke aber, daß wir Mitte nächster Woche die Reise wieder fortsetzen werden.
H&R
Von Galapagos bis zur nächstgelegenen Insel in Franz. Polynesien sind ~3000 Seemeilen. Die Dauer bis dorthin hängt stark von Wind und Strömung ab. Wir rechnen mit 4-5 Wochen.
Gruss H&R