Sonntagswanderung auf San Cristóbal

Aufgrund des regnerischen Wetters kamen wir mit der Reparatur nicht weiter. Da am Sonntag ohnehin niemand arbeitet, entschieden wir uns stattdessen für eine Rundwanderung zu einigen Aussichtspunkten im örtlichen Nationalpark.

Mit dem Taxiboot nutzten wir eine kurze Regenpause, um an Land zu kommen.

Zunächst gingen wir in Richtung des östlichen Stadtrands. Obwohl es bereits Mittagszeit war, war die sonst lebhafte Uferpromenade auffallend wenig frequentiert.

Dafür machten es sich zahlreiche Seelöwen auf den Fußwegen bequem. Sie haben ihre Scheu vor dem Menschen weitgehend abgelegt und sind nahezu überall in Küstennähe anzutreffen.

Diese Galápagos-Meeresechse steht den Seelöwen in nichts nach. Sie sind übrigens weltweit die einzigen Echsen, die ihre Nahrung im Meer suchen.

Direkt am Ortsausgang führte ein auf Holzpfählen angelegter Weg hinauf zum Besucherinformationszentrum. Der Eintritt war kostenlos; wir mussten uns lediglich in eine Liste eintragen und angeben, welchen Weg wir nehmen wollten.

Im Gebäude gab es zahlreiche Schautafeln mit allerlei Wissenswertem über die Galápagos-Inseln. So erfuhren wir unter anderem:
Die Galápagos-Inseln sind vulkanischen Ursprungs, liegen 970 km vor der Küste Ecuadors und bestehen aus 13 großen Inseln sowie mehr als 200 kleineren Inseln und Felsen. 97 % der Landmasse gehören zum Nationalpark; die restlichen 3 % sind bewohnte Gebiete. Das Meeresschutzgebiet umfasst 142.759 km².

Weiter ging es auf einem gut angelegten Weg, stets leicht ansteigend, bis zum ersten Aussichtspunkt, der den Blick über unsere Ankerbucht freigab.

Zunächst wunderten wir uns über die scheinbar kahlen Bäume. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich jedoch überall das frisch aufbrechende Grün — die Regenzeit hatte eben erst begonnen.

Um den Cerro Tijeretas zu erreichen, mussten wir nun doch noch einen kräftigen Anstieg bewältigen. Dies ist zugleich die Evakuierungsroute im Falle eines Tsunamialarms.

Belohnt wurden wir mit einem schönen Ausblick über eine ansonsten beliebte Bade- und Schnorchelbucht. Heute war das Baden wegen starker Strömung jedoch verboten.

In ständigem Auf und Ab kamen wir an weiteren Aussichtspunkten vorbei — einer mit wenig Aussicht, dafür mit übergroßen Figuren, und ein weiterer direkt über einer Klippe.

Hier wurde deutlich, welche immense Kraft selbst relativ kleine Wellen entwickeln können. Aus dieser Perspektive war auch klar, warum das Baden in der dahinterliegenden Bucht verboten war.

Von nun an befanden wir uns auf dem Rückweg — und der Regen holte uns ein, noch bevor wir das Visitor Center wieder erreichten. Zu allem Überfluss hatte ich dort meinen Regenschirm vergessen, aber zum Glück hatte ihn der freundliche Ranger für mich zur Seite gelegt.

Zurück in der Stadt schafften wir es gerade noch rechtzeitig in die Bar „Post Office“ zur Happy Hour. Dann öffnete Petrus seine Schleusen und ließ die Wassermassen herunter, als gäbe es kein Morgen mehr.