15. Seetag – Zwischen Sorge und Erleichterung

Nautische Daten (3.2.26 12:00 GMT-6)
POS: 1° 06,2′ S 091° 07,3′ W
LOG: 1494 sm
ETMAL: 97 sm
Dest: Galapagos – San Cristóbal
DTG: 90
ETA: 4.2.2026 12:00 LT

Wassertemperatur: 28,1 °C
Lufttemperatur: 29,8 °C
Luftfeuchtigkeit: 69 %

Kann es denn noch weniger Wind als „Nichts“ geben? Nichts außer einer glasigen Wassermasse, die völlig bleiern vor sich hin wabert und dabei kontrastlos über den Horizont in den Himmel übergeht.

Am Nachmittag forderte uns unser Agent erneut auf, die Leckage zu dokumentieren, um den Notfall zu bestätigen. Dabei stellte ich fest, dass wieder mehr Wasser eindrang und dass die Schottwand bereits marode war. Das war Beweis genug – doch mir wurde auch unheimlich bei dem Gedanken, dass diese Stelle durchbrechen könnte.

Also stoppten wir sofort das Boot und ich ging ins Wasser, um das Drainageloch mit einem Holzstopfen zu verschließen. Danach fühlten auch wir uns wieder deutlich wohler.

So ging es in die nächste windlose, dafür vom Mond hell erleuchtete Nacht, die uns bis zur Südwestspitze der Isla Isabela begleitete.

Der Sonnenaufgang begrüßte uns wie erwartet am SW-Kap. Zunächst wunderten wir uns, warum alles um uns herum so nass und kalt war. Die Wassertemperatur wie auch die Lufttemperatur waren auf 23 °C gesunken, bei einer Luftfeuchtigkeit von 98 %. Hier prallte offenbar der Humboldtstrom auf die Inseln – denn schon wenige Meilen weiter stellten sich wieder die gewohnten, höheren Temperaturen ein.

Eine große Delfinschule fühlte sich im kalten Wasser sichtlich wohl und schenkte uns keinerlei Beachtung.

Da auch heute trotz leicht bewölktem Himel kein Wind in Sicht war, stellten wir uns auf weitere 24 Stunden unter Motor bis zum Zielhafen auf San Cristóbal ein.

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