
Nautische Daten (2.2.26 12:00 GMT-6)
POS: 0° 31,4′ S 092° 40,2′ W
LOG: 1397 sm
ETMAL: 107 sm
Dest: Galapagos – San Cristóbal
DTG: 191
ETA: offen
Wassertemperatur: 25,6 °C
Lufttemperatur: 27,7 °C
Luftfeuchtigkeit: 76 %
Mit Beginn des 14. Seetages war es endgültig vorbei mit dem Segeln. Der Pazifik machte seinem Namen „Stiller Ozean“ alle Ehre. Der Windmesser zeigte gerade noch 2–3 Knoten an — doch diese entstanden lediglich durch die Bewegung des Mastes in der Dünung. Es gab keine eigentlichen Windwellen, dafür jedoch eine langgezogene Pazifikwelle. Auch die Wettermodelle sagten keinen neuen Wind voraus, und so lief der Motor nun durchgehend seit dem Mittag.

Kurz vor Sonnenuntergang überquerten wir den Äquator von Nord nach Süd. Zur obligatorischen Äquatortaufe gönnten wir uns trotz aller Missgeschicke einen kräftigen Schluck – und natürlich bekam auch Neptun seinen Anteil, auf dass er uns auf der Südhalbkugel etwas gnädiger gesinnt ist.

Bei einsetzender Dunkelheit kamen noch Fischer vorbei um uns vor ausgelegten Netzen zu warnen und ein weiteres Fischerboot fragte nach etwas zum Essen. Unglaublich wie weit draussen die sich mit ihren kleinen Booten herumtreiben.

Um Mitternacht kam zwar etwas Wind auf, doch leider zu wenig, um effektiv voranzukommen. Also ging eine Stunde später – und eine Seemeile weiter – erneut der Motor an.

Der morgendliche Bilgencheck ergab nur sehr geringe Wassermengen im Boot. Kein Wunder: Ohne Schräglage, ohne Wellen und mit dem gesamten Gewicht achtern gelangte kaum Wasser in den Ankerkasten – und damit auch nichts ins Bootsinnere.

So setzen wir die Fahrt unter Motor fort und kommen langsam näher. Die Geschwindigkeit könnte besser sein, doch rund 1,5 Knoten Gegenstrom bremsen uns erheblich.
Den Alkohol habt ihr euch verdient – hoffentlich ist Neptun euch wohl gesonnen und schickt noch etwas Wind. Liebe Grüße aus dem naßkalten Stuttgart
Hallo Ingrid,
Im Moment schiebt uns einzig und allein unser „Dieselwind“. Laut Berechnung sollte er uns zwar gerade so ans Ziel bringen – aber wir würden Neptun sehr begrüßen, wenn er uns noch ein bisschen echten Wind spendieren würde.
Gruss H&R