
Nautische Daten (27.1.26 12:00 GMT-5)
POS: 0° 53,3′ N 087° 59,3′ W
LOG: 738 sm
ETMAL: 92 sm
DTG: 2303 sm
ETA: offen
Wassertemperatur: 27,5 °C
Lufttemperatur: 27,5 °C
Luftfeuchtigkeit: 76 %

Das Segeln verlief weiterhin ruhig. Die Sonne glitzerte auf der nahezu spiegelglatten See, und wir kamen einigermaßen gut voran. Auch unsere „blinden Passagiere“ waren wieder da – und sie wurden zunehmend frecher. Irgendwann gaben wir den Versuch auf, sie zu vertreiben, und gewährten ihnen zähneknirschend einen Ruheplatz am Bug.
Das Ergebnis war erwartbar: Der gesamte Bugbereich war weiß von Exkrementen. Also folgte eine gründliche Putzaktion und die Entwicklung einer neuen Abwehrstrategie. Der vermeintliche Landeplatz wurde mit Vaseline eingeschmiert, damit sich die Tölpel nicht mehr so entspannt am Bugkorb festhalten konnten. Dazu noch einmal beherzt handgreiflich werden – und schon waren sie verschwunden.

Die folgende Nacht verlief wie schon in den letzten Tagen ruhig. Wir segelten stets die maximale Höhe am Wind und kamen Galapagos damit immer näher. Das gesamte Galápagos-Archipel ist ein riesiges Naturreservat, das von einer noch größeren Sperrzone umgeben ist, in die wir nicht einfahren dürfen.
Wir mussten uns daher entscheiden: entweder südlich entlang der Sperrzone oder nördlich um das Archipel herum. Da ein Aufkreuzen gegen Wind und die aus Süden setzende Strömung zu einem nahezu endlosen Projekt geworden wäre – oder alternativ bedeutet hätte, über 24 Stunden unseren wertvollen Diesel zu verbrennen –, entschieden wir uns um vier Uhr morgens schweren Herzens für den rund 300 sm langen Umweg auf einem nordwestlichen Kurs.
Hinweise zum Bild:
Sperrzone = grau
Wellenhöhe = Zahlenwert
Strömung = Pfeil (schwarz)
Wind = Fahne (weiß)

Obwohl den ganzen Vormittag über schönstes Wetter herrschte, stieg die Mittagstemperatur nur noch auf 27,5 °C. In Kombination mit der Sonne ergab sich daraus ein sehr angenehmes Klima.