7. Seetag – Rätselhafte See

Nautische Daten (26.1.26 12:00 GMT-5)
POS: 1° 11,4′ N 086° 30,9′ W
LOG: 644 sm
ETMAL: 122 sm
DTG: 2145 sm
ETA: offen

Wassertemperatur: 27,7 °C
Lufttemperatur: 29,3 °C
Luftfeuchtigkeit: 71 %

Bei nur langsamer Änderung der Windstärke – von mindestens 5 kn bis maximal 12 kn – konnten wir die letzten 24 Stunden durchsegeln. Der Wind kam dabei stets aus dem südlichen Sektor. Auffällig war, dass das Meer trotz dieser geringen Windstärken stellenweise heftig aufgewühlt war: kurze, steile Wellen, die förmlich senkrecht nach oben sprangen.

Die Bereiche, in denen dieses Phänomen auftrat, waren bis zum Horizont reichende, scharf abgegrenzte Streifen, jedoch meist nur etwa 100 m. Hinzu kam ein deutlich wahrnehmbares Rauschen, als würde ein großer Fischschwarm knapp unter der Oberfläche vorbeiziehen. Solche Turbulenzen kannten wir bislang nur von Situationen mit Strom gegen Wind oder von abrupten Wassertiefenänderungen, die das Wasser zum Aufsteigen zwingen. Beides kann hier bei einer Wassertiefe von fast 3.000 m jedoch nicht zutreffen.
Wer weiß, was das sein könnte? Schreib es doch gerne in die Kommentare.

Schnell verging die Nacht, und der neue Tag begrüßte uns mit einer herrlichen „roten Stunde“, die in Äquatornähe jedoch nur wenige Minuten andauerte. Auch mit unserer Tagesstrecke waren wir zufrieden, denn dass unser ETMAL trotz dieser ruhigen Phase dreistellig wurde, hätten wir nicht erwartet.