
Nach zwei Wochen in Vista Mar Marina sehen wir endlich Licht am Ende des Arbeitstunnels. Eigentlich war nicht mehr allzu viel zu erledigen, doch immer wenn wir dachten, nun sei alles fertig, tat sich plötzlich eine neue Baustelle auf.

Der wichtigste Punkt auf unserer Arbeitsliste war die neue Lichtmaschine. Da wir unsere Hausbatterien bisher ausschließlich über Solar und Wind laden konnten, wurde es höchste Zeit, sie auch über den Motor zu versorgen. Gerade hier in den Tropen, nahe dem Äquator, ist der Himmel oft tagelang komplett bedeckt. Dann reicht selbst die Kapazität unserer LiFePo₄-Batterien mit 400 Ah nicht aus, um über mehrere Tage hinweg zwei Kühlschränke, die komplette Navigation, den Wassermacher und die übrige Elektronik zuverlässig zu betreiben.
Nach erstaunlich unproblematischem Einbau laufen nun zwei Lichtmaschinen mit getrennten Reglern völlig unabhängig voneinander.

Die andere große Baustelle war – und ist – unser Teakdeck. Insgesamt habe wir seit unserer Rückkehr nach Panama rund 200 Schrauben tiefer gesetzt und anschließend wieder mit neuen Teakpropfen verschlossen. Dazu kamen noch zahlreiche Meter, die neu verfugt werden mussten. Dafür, dass das Deck bereits 39 Jahre alt ist, kann es sich wirklich noch sehen lassen.

Wenn alles glatt läuft, gibt es natürlich trotzdem Rückschläge. So hatten wir überhaupt nicht damit gerechnet, dass eine unserer Gasflaschen den Geist aufgibt. Extra hatten wir uns für GFK-Flaschen entschieden, um jegliche Korrosion zu vermeiden – doch ausgerechnet das eingepresste Sicherheitsventil machte uns einen Strich durch die Rechnung. Nicht reparabel, Ventiltausch ebenfalls unmöglich.
Mit nur 5 kg Propan wollten wir natürlich nicht über den weiten Pazifik segeln. Also musste ein Plan B her. In Panama gibt es allerdings keine Gasflaschen, die in unseren Gaskasten passen. Die Lösung: eine größere panamaische Flasche mit US-Ventil kaufen, um mit einem Überström-Schlauch unsere deutsche Flasche füllen zu können. Die passenden Adapter und Schläuche hatten wir zum Glück bereits an Bord.
Zusätzlich wollten wir noch ein paar Campinggasflaschen mit je 2,5 kg Inhalt mitnehmen – dann sollten wir gut durchkommen. Diese lagen allerdings noch in der Shelter Bay Marina auf der Atlantikseite, wo ich sie ursprünglich für unseren Freund Peter gekauft und hinterlegt hatte. Inzwischen hatte er sich in Guatemala selbst versorgt und benötigte sie nicht mehr. Unser Freund Joachim von der Mintaka, bei dem ich die Flaschen gelagert hatte, erklärte sich sofort bereit, sie mit dem Bus nach Panama City zu bringen.

Unser Plan: einen Mietwagen für Donnerstag und Freitag. Bereits drei Tage im Voraus reserviert – und am Donnerstag dann Stunde um Stunde vertröstet. Erst um 17 Uhr bekamen wir schließlich einen Kia Picanto und machten uns bei Einbruch der Dunkelheit noch auf den Weg, um den ersten Teil des Proviants für die lange Pazifiküberquerung einzukaufen.
Am nächsten Morgen starteten wir bereits um 6 Uhr, um vor der Rushhour nach Panama City zu kommen. Das gelang leider nicht. Die beiden Brücken über den Panamakanal sind das absolute Nadelöhr. Laut Google bekamen wir die Centenario Brücke empfohlen, was uns trotzdem eine volle Stunde Stop-and-Go-Verkehr bescherte.

Unsere erste Anlaufstelle war der Hafenmeister von Panama City, der uns die Ausreisefreigabe für Kirke (Zarpe) ausstellen sollte. Wir freuten uns schon, die einzigen Kunden zu sein – bis wir erfuhren, dass es momentan keinen Strom gab und er somit nichts erledigen konnte. Auch die Immigration arbeitete nicht.
Da wir unsere Ausreisestempel jedoch auch auf der Polizeistation in Vista Mar erledigen können, zeigte sich der Hafenmeister äußerst bemüht: Er machte Fotos aller Dokumente und stellte unser Zarpe kurzerhand von Hand aus. Glück gehabt.

Wir zogen weiter und trafen Joachim auf der anderen Seite von Panama City in der Hong Kong Bakery zum Frühstück. Für die Weiterreise hatten wir nun endlich alle Gasflaschen beisammen.

Anschließend fuhren wir noch kreuz und quer durch Panama City, um die restlichen Einkäufe zu erledigen. Voll beladen traten wir bereits um 14 Uhr die Rückfahrt an. Dieses Mal war nicht die Centenario-Brücke das Problem, sondern der ganz normale Stadtverkehr mit mehreren Staus. Nach rund 80 Kilometern und zweieinhalb Stunden Fahrt erreichten wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit wieder die Vista Mar Marina.
Ein langer Tag geht zu Ende – und noch nichts ist verstaut. Aber das muss wohl bis morgen warten.