
Der Panamakanal verbindet den Atlantik (Karibik) mit dem Pazifik über eine rund 80 Kilometer lange, von Menschenhand angelegte Wasserstraße. Dabei wird ein Höhenunterschied von 26 Metern zum künstlich angestauten Gatúnsee überwunden, der sowohl am Anfang als auch am Ende der Passage durch jeweils drei Schleusen erreicht wird.
Heute war nun der Tag unserer zweitägigen Fahrt von einem Ozean zum anderen gekommen.

Unser vereinbarter Termin mit dem Advisor der Kanalbehörde war für 15:30 Uhr auf dem Ankerplatz vor der Marina angesetzt – und wurde auch pünktlich eingehalten.

Auf dem Weg in den Kanal passierten wir die Atlantikbrücke und erreichten nach etwa fünf Seemeilen die Gatún-Schleusen.

Bevor wir in die erste Schleusenkammer einfahren konnten, mussten wir uns zunächst mit zwei weiteren Booten zu einem Päckchen zusammenbinden. Normalerweise liegt dabei ein Katamaran in der Mitte, doch in unserem Fall entschieden sich die Advisoren dafür, das Boot mit dem stärksten Motor in die Mitte zu nehmen.
Das sah nicht nur etwas ungleichmäßig aus – es fühlte sich auch so an, denn ich musste das Päckchen meist mit Rückwärtsfahrt auf Kurs halten, um geradeaus zu laufen.

Da kein Dickschiff mit in der Kammer war, gab es auch kein Schraubenwasser. Abgesehen von den Turbulenzen des einströmenden Wassers hatten wir eine absolut ruhige Bergfahrt. Auch die Zeit, die wir für den Wechsel von einer Kammer zur nächsten benötigten, verkürzte sich dadurch deutlich.

Bereits um 05:00 Uhr schloss sich das erste Schleusentor hinter uns. Wir hatten Glück und mussten nicht auf ein großes Schiff warten, sondern wurden lediglich gemeinsam mit zwei Schleppern nach oben geschleust.

Mit rund 20 Minuten pro Schleusenkammer ging es zügig nach oben, und am Ende jeder Schleusung wurde der Blick zurück auf den Kanalbeginn mit der Atlantikbrücke immer eindrucksvoller.

Auf dem Gatúnsee angekommen, lösten wir das Päckchen sofort auf. Da die Sonne bereits untergegangen war, fuhren wir mit maximaler Geschwindigkeit zu unseren zugewiesenen Festmacherbojen.

Diese riesigen Festmacherbojen erreichten wir gerade noch im letzten Tageslicht. Unsere Linehandler machten uns schnell und routiniert fest. Obwohl die Bojen aus Kunststoff bestehen, wurde alles sorgfältig und großzügig mit Fendern abgesichert.

Nur wenige Minuten später kam bereits das Lotsenboot und holte unseren Advisor ab.
Morgen gegen 7:00 Uhr wird ein neuer Advisor mit uns den zweiten Teil der Passage durch den Panamakanal bestreiten.