Wasser von oben und unten – Bordalltag in der Regenzeit

Nach fünf Monaten Pause sind wir endlich wieder mit Kirke im Wasser – zurück im tropischen Klima Panamas. Von Sommerstimmung ist jedoch wenig zu spüren: Fast jeden Tag prasseln heftige, oft stundenlange Regenschauer – begleitet von Gewittern – nieder. Die Außenarbeiten kommen daher nur langsam voran.

Trotzdem genießen wir das Leben an Bord und die vertraute Atmosphäre der Marina – Regen hin oder her.

Zurzeit machen Arbeiten im Außenbereich nicht wirklich Spaß, auch wenn es bei Temperaturen um die 29 °C nie kalt ist.
Nach den historischen Wetterdaten von climate-data.org ist der November sogar einer der regenreichsten Monate mit bis zu 400 mm Niederschlag. Erst im Dezember halbieren sich die Regenfälle, bevor im Januar schließlich die Trockenzeit beginnt.

Wir konzentrieren uns daher auf Arbeiten unter Deck. Für den neuen Gasherd mussten die Montagepunkte der kardanischen Aufhängung angepasst werden, da das neue Modell etwas breiter ist. Klingt einfach – hat aber insgesamt doch einen ganzen Tag gedauert, bis alles erledigt war und der Probelauf erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Inzwischen ist auch der neue Solar-Laderegler aus den Staaten eingetroffen. Die Montage war schnell erledigt – die Programmierung dagegen weniger.
Der neue Regler ist ins Bordnetzwerk integriert und übernimmt neben der Batterieladung aus den Solarpanels an der Reling auch die automatische Steuerung unseres Ankerlichts.

Da unser 17 Jahre alter Kartenplotter auf der letzten Tour nach Panama kurz vor der Marina seinen Geist aufgegeben hatte, war nun auch ein neues Radar fällig. Einen der wenigen trockenen Tage nutzten wir für den Austausch.

Immerhin passten die alten Schraublöcher zur Befestigung am Radarträger noch – so war die Montage und Kabelverlegung bis in die Backskiste relativ einfach und schnell erledigt.

Die unangenehmste Arbeit steht uns jedoch an einem der nächsten trockenen Tage noch bevor:
Das Radarkabel muss von der Backskiste durch mehrere Schränke in der Achterkabine, hinter der Wandverkleidung und unter dem Bett hindurch zur anderen Bootsseite geführt werden – wieder durch Schränke bis ins Cockpit.
Unangenehm deshalb, weil dazu erst alles ausgeräumt werden muss, um dann in den unmöglichsten Stellungen, auf engstem Raum, bei 30 °C und mit reichlich Schweißverlust zu arbeiten.

Natürlich gibt es – egal bei welchem Wetter – jeden Sonntag das traditionelle Cruisers Potluck BBQ.
Hier trifft sich ein Großteil der Segler zum gemeinsamen Grillen und gemütlichen Beisammensein. Jeder bringt eine Beilage oder einen Nachtisch zum Teilen mit.

Jetzt, gegen Ende der Hurrikansaison, füllt sich die Marina wieder – was untrüglich am üppigen Fleisch auf dem Grill zu erkennen ist.

Ausblick

Noch gibt es einiges zu tun, doch die To-do-Liste wird langsam kürzer.
Wir sehen dem inzwischen bestätigten Termin unserer Panama-Kanal-Passage am 28. Dezember gelassen entgegen – und freuen uns darauf, bald den Kurs Richtung Pazifik zu nehmen.

Ein Gedanke zu „Wasser von oben und unten – Bordalltag in der Regenzeit“

  1. Pass bloß auf, dass es dir in einer saublöden Stellung nicht reinfährt und du dann z.B. nicht mehr aus der Backskiste rauskommst. Oft geht die eigene Kiste noch gut in eine Öffnung rein, aber beim Rücksetzen verklemmt sie sich dann. Rita ist bei deinen Turnübung hoffentlich immer dabei, sodass sie im Notfall mit Hilfe einer gut übersetzten Talje ihren Wonneproppen wieder ploppen kann.

    And if all problems are solved at the coast, pop champagne and raise a toast.

Die Kommentare sind geschlossen.