Ankommen in Marokko

Jeden den wir bisher zum Segeln in marokkanischen Gewässern befragt hatten, hatte uns vor unbeleuchteten Fischern und Netzen in der Nacht gewarnt.

Wir haben nun in 2 Nächten folgende Erfahrung gemacht: Bleib weg von der Küste, jedoch auch nicht zuweit. Der Bereich von 10-20sm Entfernung von der Küste oder 100-200m Wassertiefe empfanden wir als ideal, da auch hier die großen Frachtschiffe in Küstenfahrt unterwegs waren. Ausserhalb davon konnten wir die großen Fischerboote beobachten, wie sie ihre Netze schleppten oder ausbrachten. Bei Annäherung wurde dann immer aus einem kleinen Licht ein heller Christbaum, auch die ausgelegten Netze waren duch ihre „Discobeleuchtung“ gut auszumachen. Erst mit der Annäherung an Land bei Rabat wurden die Fischerboote kleiner und unbeleuchtet. Selbst die Markierungen mit Fahnen wichen nun einfachen Plasikflaschen, was deren Ortung erschwerte. Da wir genug Zeit hatten bis zum nächsten Hochwasser, näherten wir uns in langsamer Fahrt der Küste.

Vor der Küste angekommen nahmen wir über Funk Kontakt mit der Marina auf und erbaten den hier angebotenen kostenlosen Service eines Pilots. Der Funkkontakt verlief in perfektem Englisch und wir wurden auf eine Wartezeit von mindestens 1Stunde hingewiesen, damit noch mehr Wasser im Fluss sei, denn wir hatten mit knapp 2m Dünung zu rechnen..

Kurz vor Hochwasser kam das Pilotboot heraus und gab uns Anweisung in seiner Linie flott zu folgen.

Die Dünung läuft hier ca. 500m weit in den Hafen hinein und sogar noch ein Stück den Fluss hinauf. Wir wurden dabei etliche Male zum Surfen beschleunigt. Daher ist nun auch klar, warum nur mit viel Wasser unterm Kiel und mit mitlaufendem Flutstrom eingefahren werden kann. Ab 2-3m Dünung, je nach Wind und Wellenrichtung, ist der Hafen gesperrt.

Als erstes wurden wir an den Ankunftssteg geführt und vom Doktor zum Fieber messen besucht, Corona lässt grüssen. Erst danach kamen die Offiziellen von Zoll und Polizei. Zu Sechst sassen sie im Cockpit, Zwei inspizierten kurz das Schiff von innen und der Drogenhund patrolierte vor dem Boot. Da wir unsere Reling nicht öffnen konnten, wollte der Hund nicht zwischen den Rehlingdrähten hindurch an Bord springen. Mit einer geöffneten Decksluke machte er seinen Job dann von Land aus. Die restlichen Formalitäten wie 4 Formulare ausfüllen, unsere Drohne in Verwahrung abgeben, waren nach 45min erledigt.

Jetzt an unserem Liegeplatz war das Abnehmen der gelben Q-Flagge oder auch Quarantäne Flagge, die das Einreisebegehren anzeigt, die letzte Handlung der Einreiseprozedur.

Hier liegen wir nun unterm Hassanturm von Rabat direkt hinter dem Steg der exclusiv für die königlichen Yachten reserviert ist.

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4 Gedanken zu „Ankommen in Marokko“

  1. Von Christbäumen, Disco, Fiebermessen und auch einem Drogenhund berichtet ihr. Und vom Liegeplatz neben Yachten des Königs. Das klingt ja echt aufregend! Bin gespannt wie es weiter geht.

    Wofür steht eigentlich die rot Flagge über der Q-Flagge?

    1. Hallo Jürgen,
      Flaggen unter der Steuerbordsaling sind nur Gastlandflaggen und ggf.Q-Flagge. In diesem Fall hat die rote Flagge noch ein grünes Pentagramm in der Mitte und ist die Nationale von Marokko.
      Grussle Hartmut

  2. Starke Bilder👍👍genießt es, ich muss noch paar Jahre warten, verfolge Euch aber hier gerne!!! Liebe Grüße Karin

    1. Hallo Karin, machen wir und werden weiter berichten, Marokko ist auch Neuland für uns, wir sind gespannt

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